Eberl-poker beim fc bayern: hoeneß schürt zweifel am sportvorstand
München – Der Triumph im Pokalfinale gegen Leipzig wird vom Machtkampf hinter den Kulissen überschattet: Max Eberls Zukunft als Sportvorstand des FC Bayern steht auf Messers Schneide. Uli Hoeneß hat mit überraschend offenen Äußerungen im Spiegel eine Debatte ausgelöst, die den Verein spaltet und die Frage aufwirft, wie lange der erfahrene Manager noch das Zepter in München schwingen wird.
Hoeneß' einschätzung: 60 zu 40 für eberl
Während die Bayern-Fans im Olympiastadion den Double-Sieg feierten, schürte Hoeneß im Interview Zweifel an Eberls Arbeit. Er bezifferte die Chancen auf dessen Verbleib in München mit „60 zu 40“ – eine Ansage, die im Raum steht und die die Gemüter erhitzt. „Da hat der Uli dem Max keinen Gefallen getan. Ich denke zum Teil auch, dass Max das nicht verdient hat“, kommentierte Ex-Profi Stefan Effenberg im Doppelpass die Situation.
Die Kritik an Eberl ist kein neues Thema. Im Verein wird ihm seit längerem eine zu wenig koordinierte Transferpolitik, eine zu nachgiebige Haltung gegenüber Spielberatern und ein Mangel an finanzieller Disziplin vorgeworfen. Die Sommertransferphase 2025 wurde im Aufsichtsrat als „teilweise chaotisch“ bewertet – eine Einschätzung, die sich offenbar hartnäckig hält.

Kaderumbruch und finanzielle zwänge
Die Aufgaben für Eberl sind klar umrissen: Er muss den Kader weiter umgestalten und gleichzeitig die finanzielle Stabilität des Vereins gewährleisten. Die Trennung von Spielern wie Alexander Nübel, Joao Palhinha und Sacha Boey ist dabei nur der Anfang. Der Druck, wieder finanziellen Spielraum zu schaffen, ist enorm.
Hoeneß’ Verhalten wirkt in dieser Situation besonders unglücklich. Statt die Debatte im internen Kreis zu klären, wählte er erneut die öffentliche Bühne, um seine Bedenken zu äußern. Dies ist nicht das erste Mal, dass der Ehrenpräsident Eberl öffentlich unter Druck setzt – im vergangenen Herbst bezeichnete er ihn bereits als „ziemlich empfindlich“.

Druck auf hoeneß nimmt zu
Doch auch Hoeneß muss sich derzeit mit Kritik auseinandersetzen. Hinter den Kulissen wird hinterfragt, ob er mit der Verpflichtung von Eberl und der Beförderung von Oliver Kahn nicht zwei Fehlentscheidungen getroffen hat. Die Verantwortung für diese personellen Entscheidungen liegt letztlich bei ihm.
Die Situation ist komplex: Selbst wenn Hoeneß an Eberl festhalten möchte, ist er im Aufsichtsrat nicht allmächtig. Die Machtverhältnisse im Verein sind verschoben, und der Sportvorstand befindet sich in einer prekären Lage. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Eberl die Krise übersteht oder ob sein Engagement beim FC Bayern bereits am Ende ist. Die Entscheidung wird nicht nur seine Karriere, sondern auch die Zukunft des gesamten Vereins maßgeblich beeinflussen.
