Rüdiger rast rico mit dem knie – getafe-profi fordert sperre
Diego Rico steht im Mixed-Zone-Licht von Getafe und spricht mit der Stimme eines Mannes, der gerade dem Tod ins Visier geblickt hat. „Er wollte mir das Gesicht einschlagen“, sagt der Spanier und zeigt auf die Stelle hinter seinem linken Ohr, wo Antonio Rüdigers Knie am Montagabend auftraf. Die Szene, die im Getafe-Stadion nur ein paar hundert Fans sahen, wird in Madrid jetzt zum Politikum – und zum PR-Desaster für Real Madrid.
Rüdigers geburtstag war gestern, heute wird er angeklagt
33 Jahre alt wurde der Nationalverteidiger am Dienstag. Statt mit Tortenspuren auf Instagram prägen jetzt Rico’s Worte die Timeline. „Absichtlich“, sagt Rico beim Radiosender Cadena Cope, „das war kein Zweikampf, das war ein Angriff.“ Der Ball war gerade zu ihm abgefält, als Rüdiger seinen eigenen Mitspieler zur Seite drängte und mit erhobenem Knie durch die Luft raste. Rico ging zu Boden, konnte aber weiterspielen. „Glück“, sagt er, „bei einem Zentimeter daneben liegt ich da platt.“
Der VAR schwieg. Der Schiedsrichter ließ weiterlaufen. Erst nach dem Abpfiff sickerte die Empörung durch. Ex-Referee Alfonso Pérez Burrull, 27 Jahre pfeifend in La Liga, sagt bei Radio Marca, was viele Kollegen nur denken: „Rüdiger hätte rot müssen. Der VAR hätte eingreifen müssen.“ Stattdessen stand Rüdiger nach dem 0:1 noch jubelnd vor der Nordkurve, während Rico im Katapult der Physiotherapele verschwand.

Getafe plant offizielle anfrage beim verband
Intern sei die Video-Auswertung bereits abgeschlossen, berichten Vereinskreise. Der Klub will die Aktion am Mittwoch an die Competición-Abteilung der Liga weiterleiten. Eine Sperre für Rüdiger ist zwar nachträglich schwer durchzusetzen, doch der Druck wächst. Rico selbst hält sich nicht zurück: „Wenn ich so ein Foul mache, fliege ich zehn Spiele.“ Die implizite Anschuldigung: Doppelstandards, weil das Wappen auf der Brust anders aussieht.
Für Real Madrid ist der Vorfall ein weiterer Nagel im Sarg einer ohnehin holprigen Saison. Die Königlichen verlieren das Stadtderby, verlieren Körner, verlieren Ansehen. Und Rüdiger? Der feierte nachts in einer VIP-Lounge im Westen Madrids noch seinen Geburtstag, während die Videos der Szene Millionenfach durchs Netz rauschten. Man sieht, wie er sich umschaut, den Mitspieler wegstößt, das Knie reckt. Wieder und wieder.
Die Liga schweigt bislang offiziell. Aber im Hintergrund brodelt es. Denn was niemand so recht sagen will: Wenn der VAR bei dieser Aktion schläft, wofür ist er dann da? Die Antwort wird Madrid noch eine Weile beschäftigen – und Diego Rico wird die Schramme hinter dem Ohr behalten. Eine kleine Narbe, ein großes Thema.
