Europameisterschaft 2032: italien droht das desaster!

Rom – Der Traum von der Fußball-Europameisterschaft 2032 in Italien könnte geplatzt sein, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Während die Türkei bereits die Weichen für ein reibungsloses Turnier stellt, kämpft die italienische Infrastruktur mit gravierenden Problemen – und die UEFA schaut mit wachsender Besorgnis zu.

Nur ein stadion bereit, sechs jahre zu spät

Nur ein stadion bereit, sechs jahre zu spät

Sechs Jahre nach der Vergabe an Italien und der Türkei steht der Countdown bereits bevor. Bis Oktober 2026 müssen die fünf Austragungsstätten feststehen, doch die Lage ist alarmierend. Aleksander Ceferin, der UEFA-Präsident, hat bereits in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport eindringlich gewarnt: Sollten die Stadien nicht rechtzeitig fertiggestellt werden, wird Italien den Titel nicht bekommen. Ein Schlag für den italienischen Fußball, der ohnehin mit einem schweren Image-Problem zu kämpfen hat.

Gabriele Gravina, der ehemalige Präsident des italienischen Fußballverbands, hatte in seinem Rücktrittsschreiben die mangelnde finanzielle Unterstützung durch die Regierung beklagt. Während Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele in Mailand-Cortina oder der America’s Cup in Neapel mit zweistelligen Milliardenbeträgen gefördert wurden, blieb die EM 2032 weitgehend ohne nennenswerte Mittel. Die Ernennung des Sonderbeauftragten Massimo Sessa erfolgte erst im April – ein weiteres Zeichen für die schleppende Vorbereitung.

Die Situation ist düster: Derzeit erfüllt nur das Allianz Stadium von Juventus Turin die Anforderungen der UEFA. Dreizehn weitere Stadien haben den Prozess auf den Weg gebracht, aber nur neun scheinen noch realistische Kandidaten zu sein: neben dem Allianz Stadium das renovierte San Siro, das rinnovate Franchi, das Olympiastadion Rom und das neue Stadion der AS Rom, sowie die Anlagen in Salerno, Palermo, Cagliari und Neapel (das jedoch noch Probleme bei der Abstimmung zwischen Stadt und Verein lösen muss).

Bologna, Verona, Bari und das Flaminio in Rom scheinen bereits vom Tisch zu sein, ebenso wie Genua. Um die UEFA zu überzeugen, muss bis Oktober ein detaillierter Plan mit Finanzierungsgarantien vorgelegt werden. Auch in Mailand, wo das neue San Siro gebaut werden soll, gibt es aufgrund von Ermittlungen und politischen Spannungen erhebliche Verzögerungen.

Der neue italienische Fußballpräsident, der am 22. Juni gewählt wird, steht vor einer Mammutaufgabe: Er muss die Genehmigung der Projekte forcieren und die regionalen Behörden und Vereine finanziell unterstützen. Die Vorgaben der Politik, Investitionen durch öffentliche und private Mittel zu fördern und steuerliche Erleichterungen einzuführen, wurden bisher ignoriert. Der Staat muss sich stärker engagieren, beispielsweise durch die Anerkennung eines Prozentsatzes der Wetten oder die Schaffung eines Private-Equity-Fonds zur Umwandlung von Sportstätten in rentable Immobilien.

Die Zukunft der EM 2032 in Italien hängt am seidenen Faden. Es gilt, die Glaubwürdigkeit des Landes und die Reputation des italienischen Fußballs zu retten. Die Zeit drängt, und die UEFA wird keine Gnade zeigen. Die italienischen Verantwortlichen müssen nun handeln – oder riskieren, einen historischen Fehler zu begehen.