Blutige warnung an acireale-boss: rinderkopf vor haustür deponiert
In der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag wurde Giovanni Di Mauro, Präsident des italienischen Viertligaklubs Acireale, mit einem mafiosen Machtwort konfrontiert: Vor seiner Haustür lag der abgetrennte Kopf eines Rinds, mit einem dicken Tau gebunden. Ein Schockbild, das in Sizilien noch immer als Todesbote gilt.
Das Clubmanagement spricht in einer Presseaussendung von einem „niederträchtigen Akt mit paramafioser Symbolik“. Es ist nicht der erste Angriff auf Di Mauro. Bereits am 29. März eskalierte die Lage, als nach dem Heimspiel gegen Sambiase rund 50 vermummte Ultras den Spielertunnel stürmten und den Präsidenten beschimpften. Die Polizei konnte damals nur mit Müle ein Handgemenge verhindern.
Die wut der curva reicht bis in die geschäftsführung
Hintergrund ist eine Serie sportlicher Misserfolge: In den letzten 18 Monaten verpasste Acireale dreimal den Sprung in die Serie C, verlor Prestigespiele gegen Provinzrivalen und schlurfte in der Tabelle des Südens herum. Die Fangruppierung „Ultras Granata 1989“ wirft Di Mauro mangelnde Investitionen und „rückwärtsgewandte Personalpolitik“ vor. Die Kommunikation brach vollständig ab, obwohl der Klub laut eigenen Angaben „in jeder Phase den Dialog suchte“.
Die Staatsanwaltschaft Catania hat ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung und Verhetzung eingeleitet. Die Spurensicherung sicherte DNA-Material vom Tau, Fingerabdrücke am Metallzaun und zwei leere Benzinkanister, die vermutlich als Drohszenario dienten. Ein Beamter: „Wir prüfen Verbindungen zur lokalen 'Ndrangheta-Familie, weil das Rinderopfer klassisch für kalabrische Clans ist.“

Serie d zwischen leidenschaft und gewalt
Die Liga gilt als Herzstück des italienischen Amateurfußballs, doch die Pandemie und steigende Schulden haben viele Klubs an den Rand des Ruins getrieben. Acireale meldete für die laufende Spielzeit ein Minus von 480.000 Euro, trotz Crowdfunding-Aktionen und Stadion-Namensrechten. Di Mauro finanzierte die Hälfte aus eigenen Mitteln – ein Fakt, der bei radikalen Anhängern nun als „Versagen der Führung“ interpretiert wird.
Der regionale Fußballverband Lega Nazionale Dilettanti erwägt, die nächsten Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen. Präsident Cosimo Sibilia sagte: „Wir werden keine Gewalt dulden. Wer den Sport als Ventil für kriminelle Energie missbraucht, fliegt raus.“
Acireale muss am Sonntag in Licata antreten. Die Mannschaft reiste bereits mit Polizeieskorte ab. Für Di Mauro persönlich steht mehr auf dem Spiel als drei Punkte – es geht um die Frage, wie viel Druck ein Vereinsboss aushalten muss, bevor er aufgibt. Noch kündigt er keinen Rückzug an. Die Curva schon mal auch nicht.
