Pogacar patzt beim prolog: godon rauscht zum sieg, lipowitz kitzelt ihn
Dorian Godon hat die 79. Tour de Romandie mit einem Paukenschlag eröffnet. Der Franzose jagte die 3,2 km durch Villars-sur-Glâne in 3:35 Minuten und versetzte Tadej Pogacar sieben Sekunden Lehrgeld – Weltmeister hin oder her.
Die Uhr stoppte bei Jakob Söderqvist und Ivo Oliveira ebenfalls bei +0:06, doch der Fakt des Tages lautet: Der dominierende Favorit kassierte eine blutige Nase. Pogacar, zwei Tage zuvor noch souverän in Lüttich, landete nur auf Rang fünf. Die Branche rätselt, ob das ein Ausrutscher bleibt oder erste Risse im Slovenier-Panzer sichtbar werden.

Lipowitz nutzt die sekunde seines lebens
Florian Lipowitz hingegen fuhr sich mit einer Zehntelsekunde Rückstand auf Platz zehn ins Rampenlicht. „Ich wollte vor allem keine Bombe platzen lassen“, sagte der 22-Jährige nach dem Ziel, „dass ich Pogacar so nah bin, macht den Montag pünktlich zur Explosion.“
Red Bull-Bora-hansgrohe schickte gleich drei Fahrer in die Top-10: Primož Roglič (+0:09), Finn Fisher-Black (+0:09) und eben Lipowitz. Das Team signalisiert damit, dass man in den Bergetappen nicht nur reagieren, sondern selbst Druck erzeugen will.
Die 3,2 Kilometer waren zu kurz, um das Rennen zu entscheiden – aber lang genug, um erste Machtverhältnisse zu skizzieren. Godon darf sich ein Jahr lang „Prolog-König der Romandie“ nennen. Pogacar muss beweisen, dass seine sieben Sekunden kein Vorbote sind. Und Lipowitz? Der darf jetzt träumen, vielleicht schon morgen auf den Schweizer Anstiegen den nächsten Favoriten zu ärgern.
Die nächsten Tage versprechen Kletter-Feuerwerk. Die Uhr tickt – und sie wartet auf niemanden.
