Parma wacht auf: vandeputte und vardy schießen, caviglia hält dagegen
Der Parma Calcio 1913 zittert. Nach 90 Minuten gegen Giamapaolo riecht die Serie-A-Rückkehr plötzlich nach Play-off-Stress. Die Zahlen sind gnadenlos: zwei Treffer von Vandeputte und Vardy, nur Nicolussi Caviglia antwortet für die Gialloblù – ein 1:2, das im Tardini für Unruhe sorgt.
Vandeputte und vardy nutzen jeden quadratmeter
Parma begann wie so oft in dieser Saison: viel Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft. Giamapaolo dagegen schickte seine Außenbahnen auf Krawalltour. Vandeputte schlich sich nach 23 Minuten zwischen zwei defensiven Klebestellen, nahm einen diagonalen Steilpass mit und schob überlegt ins lange Eck. Die Kurve verstummte. Kein Pfiff, nur das leise Knirschen von Plastikstühlen.
Nach der Pause legte Vardy nach – mit einem Lauf, der an seine Leicester-Tage erinnert. Der Engländer ließ Bernardeschi stehen, sprintete 35 Meter und netzte per Innenpfosten. Zwei Schüsse, zwei Treffer. Effizienz, die Parma derzeit nur träumen kann.

Nur caviglia stemmt sich gegen das schicksal
Den Anschlusstreffer erzielte Nicolussi Caviglia, und das war kein Zufall. Der 24-jährige Mittelfeldspieler war der einzige, der sich in Zweikämpfen nicht duckte. Sein Schlenzer aus 18 Metern senkte sich unhaltbar unter die Latte. Die Arena tobte – aber nur 180 Sekunden lang. Denn Parma verpaste es, den Druck aufrechtzuerhalten. Stattdessen: zurückgelehnte Flanken, ideenlose Centershots, ein sich wieder beruhigendes Giamapaolo.
Die Statistik lügt nicht: Parma erzielt in den letzten fünf Partien nur vier Tore, kassiert aber sieben. Die Defensive wirkt wie ein offenes Tor in ein leerstehendes Stadion – jeder kann eintreten.

Der abstand schrumpft – und mit ihm der puffer
Mit 42 Punkten rutschte Parma auf Rang 17, nur drei Zähler trennen die Emilianer vom Relegationsplatz. Die Konkurren aus Salerno und Cagliari haben ein Spiel weniger ausgetragen. Das Restprogramm liest sich wie ein Horrorroman: Auswärts bei Atalanta, daheim gegen Milan. Begegnungen, in denen sich Historie und Gegenwart kreuzen – und in denen jeder Fehler sofort bestraft wird.
Die Leitung reagierte postwendend: kein Bus zur Mannschaft, keine Pressestatements im Mixed-Zone-Durchgang. Stattdessen interne Krisensitzung bis nach Mitternacht. Trainer Pecchiasoll seinen Job behalten – vorerst. Doch die Uhr tickt lauter als je zuvor.
Parma muss jetzt liefern, sonst wird die Saison zur Nagelprobe. Die Fans singen noch, aber die Stimmen werden kränker. Das Tardini war einst eine Festung, heute wirkt es wie ein Provisorium. Wer nicht trifft, wird getroffen – und am Ende abgestiegen. Die Rechnung ist denkbar einfach.
