Paris schlägt zurück: 25. weltcup-sieg in kvitfjell – odermatt patzt
Dominik Paris ist nicht totzukriegen. Mit 36 Jahren, zwei Kunstknien und einem Jahr ohne Sieg jagte der Südtiroler im Finale von Kvitfjell die Uhr zurück – und die Konkurrenz in den Schatten. 1:45,37 Minuten reichten für seinen 25. Weltcupsieg, Franjo von Allmen wurde Zweiter, Vincent Kriechmayr Dritter. Marco Odermatt? Nur Siebter. Der Schweizer, sonst so lupenrein, rutschte aus der Spur, verlor 1,16 Sekunden und bezeichnete es später selbst als „mein schlechtestes Rennen der Saison“.
Die uhr, die paris nicht interessiert
Es ist ein Déjà-vu mit Hang zur Komödie. Vor einem Jahr feierte Paris hier ebenfalls seinen letzten Abfahrtssieg – und fuhr am Sonntag danach auch noch den Super-G. Diesmal droht dasselbe Programm. „Ich fühle mich wie 28“, lachte er im Ziel, „nur dass die Beine morgen früh wieder 36 sind.“ Die Wahrheit ist: Paris hat seit 14 Jahren keine Saison ohne Weltcup-Sieg überstanden. Diesmal hat er sich bis zur letzten Gelegenheit geduldet. Die Zahl 25 steht nun in der Statistik, aber die wirkliche Geschichte ist die, die niemand mehr für möglich hielt.
Franjo von Allmen profitierte trotz Niederlage: Der Berner sicherte sich die kleine Kugel als Zweiter der Abfahrtswertung. „Dominik war heute einfach stärker“, sagte er, „aber ich nehme die Kugel gern mit in die Sommerpause.“ Vincent Kriechmayr komplettierte das Podest, die deutschen Fahrer fehlten – wie schon die ganze Saison – in der Startliste der besten 25.

Odermatt nimmt’s mit humor
Marco Odermatt wird trotzdem nicht verhungern. Der Gesamtweltcup ist bereits sein, die kleinen Kugeln in Abfahrt und Super-G auch. Nur der Riesenslalom am Dienstag könnte noch die vierte hinzufügen. „Ich wollte heute nur nicht aufs Podium“, scherzte er, „damit ihr was zu schreiben habt.“ Dann wird er wieder ernst: „Die Saison war trotzdem genial. Die konstanteste meiner Karriere.“
Für Paris ist der Super-G am Sonntag (12:15 Uhr) die nächste Chance, die Uhr weiter zurückzudrehen. Die Konkurrenz schaut ihm bereits nach. „Wenn er so fährt“, sagte von Allmen, „dann kann er noch zwei Jahre weitermachen.“ Paris selbst lacht nur. „Ich fahre, bis die Knie streiken – oder bis die Siege streiken.“ Momentan streikt nichts. Außer vielleicht die Zeit.
