Shiffrin knallt die spekulanten weg: «ich fahre nächste saison»

Mikaela Shiffrin hat es satt. Kurz vor dem Slalom-Finale in Lillehammer bohrt ein norwegischer Reporter nach Rücktrittsgerüchten. Ihre Antwort: ein schneidiges «Ich werde nächste Saison Rennen fahren» – live im ORF, ohne Zögern, ohne Marketing-Firnis.

Warum das karriere-ende plötzlich in der luft lag

Die 31-Jährige steht mit 101 Weltcup-Siegen am Start, Aleksander Aamodt Kilde laboriert seit seinem November-Comeback an Knie und Selbstvertrauen. Beide sind 30-plus, beide haben Hügel und Tore gesehen. Da züngeln die Geschichten: Läuft das Paar 2027 parallel aus? Shiffrin lacht, zieht die Schultern hoch: «Klar, wir nähern uns dem Ende – aber das ist kein Termin, sondern ein Prozess.»

Die Nummer eins der Welt verzichtet auf die Abfahrt in Kvitfjell, sammelt stattdessen mentale Energie für Slalom und Riesenslalom. Emma Aicher nutzt die Chance, rutscht in der Abfahrtswertung näher an Lara Gut-Behrami heran. Doch der Gesamtweltcup ist noch offen – und Shiffrin spürt den Druck wie frischer Pulverschnee auf der Haut.

Der plan für den sommer klingt wie ein trainings-comeback statt pensionsparty

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«Diesen Sommer geben wir im Training alles», sagt sie und meint damit auch Kilde. Das klingt nach gemeinsamen Blocks in ihrem österreichischen Refugium, nach Videoanalysen beim Frühstück, nach Sprinteinheiten statt Sofa. Die Gerüchte mag sie nachvollziehen, «aber Gerüchte bleiben Gerüchte». Das ist keine Floskel, es ist eine Kampfansage.

Am Sonntag attackiert sie im Super-G, am Dienstag folgt ihr Revier: der Slalom, wo sich ihre Kante von der aller anderen löst, als hätte sie ein eigenes Gravitationsgesetz. Wer sie einmal in der Steilwand stehen sieht, weiß, warum das Wort «Abschied» hier fehl am Platz ist.

Die Saison endet am Mittwoch mit dem Riesenslalom. Dann kommt die verdiente Pause – aber keine letzte Bogenfahrt. Shiffrin fährt weiter, Kilde auch. Und wenn sie wieder an der Startklinge steht, werden die Spekulanten ganz woanders sein: irgendwo zurück in der Schneegeschichte, die niemand mehr liest.