Pape wird zum ledee-ersatz: skyliners stoppen mbc-traum mit 96:83-kanone
Die Skyliners haben ihre kleine Schreckensphase begraben – und das ohne ihren streikenden Topscorer. In Weißenfels fegte Frankfurt mit 96:83 den Mitteldeutschen BC beiseite, Till Pape brillierte mit 23 Punkten und der niedrigsten Körperhaltung seit Dirk Nowitzki.
Erstes viertel als dauerfeuerwerk
Pape traf seine ersten vier Dreier, ehe die Uhr auf fünf Minuten gesprungen war. Zwölf Punkte innerhalb von zwölf Minuten – die Zahl klingt wie ein Baskettelefon. Der Nationalspieler verpasste seinen Karrierebestwert nur um einen einzigen Treffer, doch die Art, wie er den MBC auseinander nahm, war schon jetzt Legenden-Stoff. „Wir haben uns in der Kabine gesagt: Wenn LeDee fehlt, müssen wir als Kollektiv größer werden“, sagte Pape, während er sich das weiße Trikot auszog, das nun wie ein Siegesfähnchen aussah.
Frankfurt warf aus der Dreierlinie wie aus einem Gewehr: 57 % Trefferquote, die laut Statistik-Tool die beste Saisonleistung bleibt. Dabei half nicht nur Pape, sondern auch ein Early-Oder-Second-Chance-Prinzip: 13 Offensiv-Rebounds, umgerechnet drei zusätzliche Ballbesitze pro Viertel. Der MBC wirkte wie eine Mannschaft, die plötzlich merkt, dass der Gegner zwei zusätzliche Spieler auf dem Feld stehen hat.

Weißenfeller aufbäumen bleibt folgenlos
Der Mitteldeutsche BC warf in der Schlussphase noch einmal mit wilden Armen, doch jedes Mal, wenn sich die Halle aufzuschwingen schien, antwortete Frankfurt mit einem weiteren Dreier. Der Vorsprung schmolzt zwar von 19 auf acht Punkte, doch mehr war nicht drin – wie ein Thermometer, das bei minus zehn Grad einfach nicht weiter fällt. Trainer Diego Ocampo wechselte in der 37. Minute auf Zone, MBC-Kapitän Nelson Weidemann traf daraufhin seinen einzigen Korbleger, und die Partie war gelaufen.
Für Frankfurt bedeutet der Sieg mehr als zwei Zähler in der Tabelle: Es ist das erste Mal seit Mitte Januar, dass die Skyliners ohne LeDee gewinnen – ein Signal an die Frontoffice, dass der Kader tiefer ist als gedacht. Bamberg wartet bereits am Sonntag, doch wer nach Weißenfells Nacht gesehen hat, wie Pape und Co. die Dreierlinie besprüht haben, der weiß: Selbstvertrauen ist jetzt wieder im Gepäck, und es wiegt schwerer als jeder Vertragstreit.
