Heidelberg zertrümmert: 33-punkte-klatsche trotz trainer-wechsel
54:87 – die Zahlen brennen sich ins Kollektivgedächtnis der Heidelberger wie ein Bügeleisen. Drei Tage nach der Trennung von Danny Janssen reicht auch der neue Mann am Rand, Carlo Finetti, nichts. Alba Berlin fegt die TSV Bayreuth-Hilfskräfte in deren eigenem Wohnzimmer weg und schickt den Tabellenletzten damierto deeper Absturz.
Mattisseck nennt's „rostige offense“, wood nennt's karriere-tag
Die Berliner, noch geschockt vom Pokal-Fiasko gegen Bamberg, reagieren mit der kalten Präzision einer Schneefräse. Schon nach acht Minuten liegen die Gastgeber 6:15 zurück, und selbst ein kurzes 26:26 Mitte des zweiten Viertels täuscht nur darüber hinweg, dass die Partie längst entschieden ist. Moses Wood versenkt sechs Dreier aus acht Versuchen, holt sich 25 Punkte – nie zuvor traf der US-Flügel besser. Albas Kapitän Jonas Mattisseck zieht trotzdem die Bremse: „Unsere Offense ist noch etwas rostig.“ Wenn das Rost ist, will Heidelberg wissen, wie flüssiges Metall klingt.
Im SNP Dome verstummt selbst die übliche White-Wall-Kulisse. Finetti wechselt, brüllt, nimmt nach 57 Sekunden im vierten Viertel bereits die zweite Auszeit – vergeblich. Die ersten Zuschauer stehen auf, nicht nur für ein Bier, wie Co-Kommentator Chris Schmidt beobachtet. Sie verlassen das Feld wie eine Mannschaft, die sich selbst verlassen hat.

15 Gute minuten reichen nicht – wer rettet heidelberg?
Finetti zieht trotzdem eine positive Bilanz: „Ich habe 15 gute Minuten gesehen.“ Die übrigen 25 offenbaren ein System, das nicht mal die Grundlagen beherrscht. Ryan Mikesell ist mit zehn Punkten bester Heidelberger – ein Alarmsignal, wenn ein Rollenspieler die Anführerrolle übernehmen muss. Die next-gen Stats zeigen ein Minus von 0,73 Punkten pro Ballbesitz; das ist kein Ausrutscher, das ist Strukturzusammenbruch.
Alba dagegen schaltet nach dem Pokal-Frust sofort wieder auf Playoff-Modus. Mit dem Sieg springt der Hauptstadtclub auf Platz drei, während Heidelberg nach 16 Spielen bei 2:14 steht – ein Verhältnis, das selbst in der ProB für Stirnrunzeln sorgen würde.
Die Saison ist noch lang, aber die Uhr tickt schon. Wenn Finetti nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Antwort findet, wird der SNP Dome zur Abschiedsarena – und nicht nur die Fans werden gehen, sondern auch der Traum vom Klassenerhalt.
