Omeragic fällt nach 30 minuten aus: basels abwehr gerät erneut ins wanken

Genf – Dreißig Minuten war Becir Omeragic zurück, dann griff er sich ans rechte Knie und sank auf den Rasen. Der Innenverteidiger, den Basel erst am Donnerstag aus Leihe und Verletzungspause zurückholte, muss beim 1:2 in Servette erneut runter. Flavius Daniliuc, selbst erst Tage nach Muskelbündelriss genesen, rutscht ins Zentrum – und mit ihm die ganze Unsicherheit, die den FC Basel seit Wochen lahmlegt.

Die abwehr ist ein spielzeug geworden

Trainer Tim Walter hatte Omeragic extra vorgezogen, weil die zuletzt sieben Gegentore in drei Partien die Nerven blank liegen. Nun steht er wieder vor einem Baukasten: Daniliuc war 72 Tage außer Gefecht, Leonidas Stergiou laboriert an der Schulter, Riccardo Calafiori schont die Adduktoren. Die einzige Konstante heißt Michael Lang – und der ist 33. Die Folge: Servette trifft zweimal aus dem zweiten Stock, Basel kassiert damit schon das 17. Gegentor nach Standardsituationen – mehr als jede andere Super-League-Mannschaft.

Der Klub schickt keine offizielle Diagnose hinterher, nur das lapidare „Knie-Problem“. Intern heißt es: Kontusion mit Bandverdacht, MRT am Sonntag. Omeragic selbst verließ Stade de Genève auf Krücken. Sollte das Mediale Seitenband mitbetroffen sein, drohen sechs Wochen Pause – dann wäre auch die Europa-League-Quali Ende August ohne ihn.

Lausanne und luzern wittern die chance

Lausanne und luzern wittern die chance

Die Tabellenlage ist brisant. Basel hält bei 42 Punkten, nur zwei mehr als Luzern, drei vor Lausanne. Am kommenden Sonntag empfangen die Luzerner den FC St. Gallen, tags darauf reisen die Basler nach Sion – ohne ihren Abwehrchef. Trainer Walter gibt sich kämpferisch: „Wir haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass wir auch mit Nachwuchs verteidigen können.“ Die Realität spricht eine andere Sprache: In den letzten fünf Spielen mit Daniliuc von Anfang an kassierte Basel 1,8 Tore pro Partie.

Die Fans reagieren erbost. Die Block-Ultras skandierten beim Verlassen des Stadions „Kein Plan, kein System“, die Vereinsspitze erhielt Spott für die Transferstrategie, die vier Innenverteidiger auf einmal verletzt sieht. Sportchef Carlos Busto muss nun innerhalb von 72 Stunden prüfen, ob ein kurzfristiger Leih-Deal oder die Beförderung des 19-jährigen Fabian Frei ins Zentrum das kleinere Risiko darstellt.

Die Saison ist noch nicht verloren, aber die Defensive ist ein offener Draht. Und jedes weitere Knie, das einknickt, kann den FC Basel endgültig aus der Europacup-Relegation kicken.