Olympia 2026: hass im netz eskaliert – dosb und athleten kämpfen gegen anfeindungen

Olympia mailand cortina 2026: alarmierende zunahme von hasskommentaren gegen athleten

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina werden von einer düsteren Schattenseite begleitet: Die Hassrede und Anfeindungen gegen Sportler im Netz nehmen dramatisch zu. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schlägt Alarm und setzt auf künstliche Intelligenz, um die Athleten zu schützen. Doch die Situation spitzt sich zu, wie das Beispiel von Vanessa Voigt zeigt, die eine Social-Media-Pause einlegen musste.

Der anstieg der hasskommentare

Im Vergleich zu den Sommerspielen in Paris hat sich die Problematik deutlich verschärft. Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund berichtete im Bayerischen Rundfunk von der brutalen Art der Kommentare, die von bloßer Kritik bis hin zu persönlichen Beleidigungen reichen: „Es fängt an von: ‚Du bist unfähig, du bist ein arrogantes Arschloch‘, bis hin zu ein bisschen harmloseren Sachen…“ Er kritisiert, dass jeder in den sozialen Medien eine Stimme hat und diese oft missbraucht.

Der einsatz von künstlicher intelligenz

Der einsatz von künstlicher intelligenz

Um den Athleten Schutz zu bieten, setzt der DOSB wie bereits bei den Spielen in Paris auf künstliche Intelligenz. Diese Technologie filtert in Echtzeit Beleidigungen, Drohungen sowie diskriminierende Inhalteheraus. Olaf Tabor, Leistungssport-Vorstand des DOSB, gab bekannt, dass bereits über 1300 Hasskommentare identifiziert und einige davon von der Staatsanwaltschaft untersucht werden.

Mehr kommentare, mehr ausblendungen

Mehr kommentare, mehr ausblendungen

Bei den Olympischen Spielen 2024 wurden laut DOSB über 61.000 Kommentare erfasst, von denen knapp 4000 automatisch ausgeblendet wurden – bei einem kleineren Team als in Mailand und Cortina. „Unsere Befürchtungen, dass sich dieses Thema weiter verschärfen wird, sind leider wahr geworden“, so Tabor.

Vanessa voigt zieht konsequenzen

Die Biathletin Vanessa Voigt erlebte nach ihrem vierten Platz im Einzel massive negative Reaktionen. Aus Angst vor weiteren Kommentaren entschied sie sich für eine Social-Media-Pause. „Wir sehen/hören uns nach Olympia. Hier wird es jetzt ruhig – mein Fokus liegt woanders“, schrieb sie auf Instagram. Sie betonte, dass die Menschen, die ihr wichtig sind, wissen, wie sie sie erreichen können.

Experten raten zur abschaltung

Psychologin Marion Sulprizio von der Deutschen Sporthochschule Köln empfiehlt Athleten, sich während der Wettkämpfe von sozialen Medien abzumelden oder die Nachrichten von vertrauten Personen screenen zu lassen. „So haben wir es zumindest von Athleten und Athletinnen berichtet bekommen, dass sie gesagt haben, ich gebe mein Handy erstmal meiner Partnerin, meiner Mutter oder meinem Manager.“

Die ambivalenz sozialer medien

Sulprizio weist darauf hin, dass soziale Medien für Sportler auch eine wichtige Plattform für die Selbstvermarktung darstellen und Einkommensquelle sein können. Die Nutzung dieser Kanäle birgt jedoch immer auch ein gewisses Risiko. Es bleibt eine Gratwanderung zwischen Sichtbarkeit und Schutz.

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