Odermatt knackt girardelli-rekord – zwei kugeln in einem tag
Er kam, sah und kassierte. Marco Odermatt brauchte am Freitag in Courchevel nicht einmal zu gewinnen, um zwei Kristallkugeln zu ernten. Platz drei in der Abfahrt reichte, um seine fünfte Gesamtweltcup-Kugel und die kleine Abfahrtskugel vorzeitig zu sichern.
Die Rechnung ist simpel: 632 Punkte Vorsprung auf Lucas Pinheiro Braathen, sechs Rennen noch zu fahren. Selbst wenn der Brasilianer durchrast, bleibt der Zug für den Schweizer locker im Rennen. Odermatt zieht damit mit Marc Girardelli gleich – nur Marcel Hirscher steht mit acht Gesamtsiegen noch vor ihm.
Vincent kriechmayr bricht den österreichischen fluch
Während Odermatt feierte, erinnerte sich Vincent Kriechmayr an seine alten Stärken. 0,09 Sekunden vor Giovanni Franzoni sicherte ihm den ersten österreichischen Abfahrts-Sieg seit Val Gardena 2021. 23 Rennen ohne Sieg – die längste Durststrecke der Alpin-Nation seit 50 Jahren ist beendet.
Raphael Haaser wurde Fünfter, Daniel Hemetsberger Siebter. Österreich feierte das kollektive Comeback, Deutschland blieb draußen. Simon Jocher folgte nach 3,17 Sekunden als 41., Maximilian Schwarz war 46. bei seinem fünften Weltcup-Start.

Franjo von allmen vergibt seine letzte chance
Die einzige Spannung im Abfahrts-Klassement zerplatzte früh. Franjo von Allmen rutschte aus, stieg aus, war weg. Odermatts Triumph schon fix, bevor er selbst aus dem Starthaus fuhr. Im Warm-up hatte von Allmen noch davon geträumt, doch die Plusgrade machten seinem Traum einen Strich durch die Rechnung. „Zu warm, zu schmierig, keine Linie zu finden“, sagte er später. Die Konfession eines Mannes, der weiß, dass er künftig auch im Schmuddelwetter mithalten muss.
Odermatt selbst blieb cool. „So etwas ist weder planbar noch traut man es sich als Bub zu wünschen“, sagte er im Schweizer Fernsehen. Fünf Mal hintereinander die große Kugel – das ist nicht nur Dominanz, das ist Epoche. Und er ist noch lange nicht fertig.
