Nico paz verspätet sich – fabregas setzt ihn auf die bank

25 Minuten brauchte er, um es allen zu zeigen. Nico Paz, der Argentinier, den Como für seine Zukunft plante, saß stattdessen auf der Reservebank. Grund: fünf Minuten zu spät beim Teamessen. Cesc Fabregas lässt das nicht durchgehen.

Die tat: punktlandung um 13.05 uhr

Freitagmittag, Como: Fabregas testet seine Startelf gegen Lecce. Paz steht auf dem Papier, hinter Sturmteiler Douvikas. Dann kommt der Spieler zu spät zum Lunch. Fabregas kippt die Aufstellung um. Paz raus, Vojvoda rein. Die Nachricht schlägt ein wie ein Seitenwind am Comer See.

Der Coach handelt konsequent. Hat er schon letzte Saison mit Diao gemacht. Wer seine Uhr nicht kennt, kennt keinen Platz in der ersten Elf. Paz akzeptiert, sitzt 65 Minuten, kommt, tritt ein, spielt. 25 Minuten reichen ihm, um zwei Schlüsselpässe, eine Balleroberung im Mittelfeld und drei erfolgreiche Dribblings zu zeigen. Die Lektion sitzt.

Der lohn: gegen inter von beginn an

Der lohn: gegen inter von beginn an

Am Sonntag kommt der Meister. Inter Mailand gastiert am Comer See. Fabregas hat sich entschieden: Paz beginnt. Die Disziplinstrafe ist abgehakt, das Vertrauen zurück. Como braucht seine Kreativität gegen Ingres- und Thuram-lose Nerazzurri, die trotzdem mit 62 % Ballbesitz daherkommen.

Die Szene hat das Klima im Klub offengelegt: strikte Hierarchie, null Toleranz, kurze Wege. Kein Twitter-Statement, keine Beraterzirkusse – nur ein Trainer, der die Uhr in der Hand hält, und ein Spieler, der lernt, dass pünktlich sein Teil der Taktik ist.

Como hat 13 Punkte aus den letzten sieben Spielen geholt. Mit Paz von Anfang an könnte die Serie gegen Inter auch weitergehen. Fabregas’ Botschaft ist klar: Wer zu spät kommt, kann trotzdem rechtzeitig gewinnen – muss sich nur die richtige Lektion geben lassen.