Nacht der gespaltenen schweizer: josi versinkt, moser jubelt
Roman Josi schlurfte mit gesenktem Kopf in die Kabine, während 3000 Kilometer weiter Lian Bichsel das Eis betrat – und prompt mit den Dallas Stars abfeierte. Die NHL-Nacht lieferte ein Drama in zwei Akten: Nashville verspielt gegen das Schlusslicht Vancouver nicht nur zwei Punkte, sondern auch den Anschluss an die Playoff-Ränge. Die Bilanz der Eidgenossen: vier Siege, eine Niederlage, null Indifferenz.
Josis predators verpassen den knock-out
Die Predators führten 3:1, hatten das Spiel im Sack – und kassierten dennoch das 4:5 n.P. Die 25. Minute sollte die Vorentscheidung bringen: Josi legte auf, Tyson Jost traf. Doch Vancouver schlug zweimal zurück, erzwang das Penaltyschiessen und versetzte Nashville den fünften Rückschlag in Serie. Die Folge: Nashville rutscht auf Rang 12 der Western Conference, fünf Zähler hinter dem Strich. Der Captain sprach von „einem Tag, den wir sofort vergessen wollen“. Vergessen wird ihn niemand.

Blaues wunder in carolina
Weit weg von Josi’s Frust reisten die St. Louis Blues mit Pius Suter nach Raleigh. Das Ergebnis: 3:1-Auswärtssieg gegen die Hurricanes. Suter blieb ohne Punkt, war aber in 16 Minuten Eiszeit der Schweizer Motor in der dritten Reihe. Die Blues halten Kontakt zum Playoff-Schnitt – und beweisen: Selbst ohne Top-Scorer kann man gewinnen, wenn die Struktur stimmt.

Bichsel und schmid: zuschauer mit gewissheit
Dallas zerlegt Edmonton 7:2 – Lian Bichsel steht 13:47 Minuten auf dem Eis, kassiert keinen Treffer, notiert keinen Assist. Unscheinbar? Nur auf dem Papier. Die Stars gewinnen zum dreizehnten Mal in den letzten vierzehn Spielen. Die Botschaft: Auch ohne Schweizer Skorerpunkte rollt der Tross Richtung Playoffs. In Vegas dasselbe Bild: Akira Schmid sitzt beim 6:2 gegen Pittsburgh unberührt auf der Bank – und trotzdem lacht er zuletzt, denn die Golden Knights festigen Platz vier im Westen.
Moser schreibt das gegengift
Während Josi die Klinge schwänzt, liefert Janis Moser die Antwort. Die Tampa Bay Lightning schlagen Detroit 4:1, der Zürcher Verteidiger sichert sich einen Assist und plus-2 nach 18 Minuten Spielzeit. Die Lightning klettern auf Rang sieben der Eastern Conference – und Moser zeigt: Aus Verlierern werden nicht automatisch Verlierer, nur weil einer der Captain ist.
Die Nacht gehörte den Schweizern – nur nicht dem, den alle erwarten. Josi muss aufpassen, dass er nicht zur Fußnote wird. Die anderen machen weiter, ohne Rücksicht auf Namen.
