Kostjuk sprengt das eis: triumph in madrid katapultiert sie zu french open favoritin!
Madrid bebte Tennisgeschichte! Marta Kostjuk, die junge Ukrainerin, hat beim WTA-1000-Turnier in Madrid ein Acht-Jahres-Dauerleiden hinter sich gelassen und sich mit einem beeindruckenden 6:3, 7:5-Sieg gegen Mirra Andreeva den Titel gesichert. Ein Sieg, der mehr ist als nur ein Turniererfolg – er markiert die Rückkehr einer vielversprechenden Athletin auf die Weltbühne und katapultiert sie als ernstzunehmende Anwärterin auf den French Open-Titel.
Von shootingstar zum gefallenen stern – und zurück
Nur wenige wussten, dass Kostjuks Karriere bereits vor acht Jahren einen fulminanten Auftakt erlebt hatte. Mit gerade einmal 15 Jahren kämpfte sie sich bei den Australian Open durch die Qualifikation und sorgte für Furore. Doch der Hype verflog, die Erwartungen lasteten schwer. “Ich musste lange damit kämpfen, dass alle von mir große Ergebnisse erwarteten,” gestand Kostjuk nach dem Sieg. “Es war fast wie ein Fluch.”
Die jüngsten Wochen aber sind ein Märchen. Unbesiegt auf Sand, der erste große Titel ihrer Karriere, die höchste Platzierung in der Weltrangliste – ein Erfolgslauf, der sie selbst überrascht hat. “Wie Champagner!”, scherzte sie auf der Pressekonferenz, ein Lächeln auf den Lippen. “Zumindest war Champagner das erste, was ich probiert habe.”

Mehr als nur tennis: ein kampf für die ukraine
Kostjuks Auftritt in Madrid war geprägt von mehr als nur sportlichem Können. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine setzt sie ein deutliches Zeichen, indem sie russischen und belarussischen Spielerinnen den Handschlag verweigert. Auch Andreeva wurde nach dem Finale bewusst ausgespart. “Ich fühle mich wohl in dieser Rolle. Ich repräsentiere mein Land noch mehr als zuvor,” erklärte sie, während die Welt aufmerksam zusah.
Die Last des Krieges in ihrer Heimat trägt sie mit Stolz, aber auch mit Schmerz. “Ich lebe jeden Tag mit Schmerz im Herzen,” offenbarte sie. “Tausende Menschen haben im Moment weder Strom noch warmes Wasser. Meine Schwester schläft wegen der Kälte unter drei Decken.” Doch auf dem Platz schiebt sie diese Gedanken beiseite. “Das ist wichtig für mich. Ich muss da rausgehen und meinen Job erledigen.” Ein Sprichwort aus der Ukraine gibt ihr Kraft: “Alles wird gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.”

Rom abgesagt, paris im visier
Der Triumph in Madrid kam jedoch nicht ohne einen Dämpfer. Kurz nach ihrem Sieg musste Kostjuk die Absage für das WTA-1000-Turnier in Rom bekanntgeben. “Nach der besten Phase meiner Karriere habe ich mich sehr auf Rom gefreut,” bedauerte sie. “Aber manchmal hat der Körper andere Pläne.” Ein Hüftproblem und ein angeschlagener Knöchel machten ein weiteres Turnier vor den French Open unmöglich.
Doch Kostjuk blickt nach vorn. “Jetzt ist es Zeit, zu regenerieren und mich auf Paris vorzubereiten,” sagte sie entschlossen. Fünf Jahre nach ihrem Achtelfinale in Roland-Garros geht sie nun als Favoritin ins Turnier – befreit vom Druck der Vergangenheit und bereit, die Welt herauszufordern. Kostjuk hat den Knoten gesprengt. Und Paris wartet.
