Iran fordert garantien für wm-teilnahme – droht rückzug?

Ein Eklat droht vor der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA: Der iranische Fußballverband (FFI) stellt der FIFA klare Bedingungen für die Teilnahme seines Teams. Präsident Mehdi Taj droht mit einem Rückzug, sollte es zu „Beleidigungen“ gegen iranische Institutionen und Militärstrukturen kommen. Die Welt steht am Rande einer diplomatischen Zerreißprobe, die den Traum des iranischen Teams vom WM-Einsatz gefährdet.

Die forderung nach respekt – und die vergangenheit

Taj machte gegenüber iranischen Medien deutlich, dass die FFI „die notwendigen Garantien“ von der FIFA benötigt, um in dieser Weltmeisterschaft spielen zu dürfen. Er verwies auf „frühere Erfahrungen“ und betonte, dass das Team nur dann anreisen werde, wenn „keine Art von Beleidigung“ gegen offizielle und militärische Einrichtungen des Landes stattfinde – ein klarer Seitenhieb auf die US-Klassifizierung der iranischen Revolutionsgarde als Terrororganisation. Die Forderung ist brisant, da die WM in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, und die politischen Spannungen zwischen Teheran und Washington allseits bekannt sind.

Die Situation spitzt sich zu, da Taj bereits im April während eines FIFA-Kongresses in Kanada auf ähnliche Weise „beleidigt“ wurde, wie er behauptete, und daraufhin die Rückkehr nach Iran anordnete. Die kanadischen Behörden sprachen von einer Deportation aufgrund seines Status als Mitglied einer militärischen Einheit, die von Kanada als Terrororganisation eingestuft wurde. Ein bitterer Vorgeschmack auf das, was in den USA bevorsteht?

Us-regierung reagiert – spielerkader unberührt

Us-regierung reagiert – spielerkader unberührt

Während die FIFA offiziell bestätigt, dass der Spielplan unverändert bleibt, sind die Zugangsbestimmungen für Delegationen und Personal, das mit dem iranischen Team in Verbindung steht, weiterhin den Migrationsrichtlinien der Gastländer unterworfen. US-Staatssekretär Marco Rubio gab jedoch kürzlich Entwarnung: Die Spieler selbst würden die Einreise nicht verwehrt werden. Doch was ist mit dem Trainerteam und den Funktionären? Hier scheint die Hürde deutlich höher zu liegen, da die US-Regierung Personal mit Verbindungen zur Revolutionsgarde unter Strafe stellt.

Die politische Dimension dieses Konflikts ist unübersehbar. Iran und die USA befinden sich seit langem in einer angespannten Beziehung, die durch die jüngsten Ereignisse weiter verschärft wurde. Die Tatsache, dass Iran im selben Gruppen wie Neuseeland, Belgien und Ägypten spielt, und somit in Kalifornien und Washington spielen wird, erhöht den Druck zusätzlich. Es ist ein Drahtseilakt zwischen sportlicher Leistung und politischer Realität.

Die Entscheidung liegt nun bei der FIFA und Gianni Infantino. Werden sie den Forderungen Teherans nachkommen und Garantien für einen respektvollen Umgang mit der iranischen Delegation abgeben? Oder wird der politische Druck zu einem Rückzug des iranischen Teams führen? Die Welt hält den Atem an.