Nach dem krebs-schock: marte olsbu röiseland schreibt neues kapitel

Die Kugel fiel, der Krebs kam, das Baby kam. Marte Olsbu Röiseland erlebte in wenigen Wochen ein ganzes Leben. Die frühere Biathlon-Königin Norwegens erwartet gemeinsam mit Ehemann Sverre ihr zweites Kind – und das, nachdem der DSV-Schießtrainer gerade erst die Hodenkrebserkrankung überstanden hat.

Ultraschall statt weltcup: familie zuerst

„Wir haben gelernt, dass das Leben ein Sprint und gleichzeitig eine Marathonstaffel ist“, sagte Marte im Interview mit NRK. Die 33-Jährige erinnert sich an den Tag, an dem Sverre die Diagnose erhielt. „Wir saßen im Wartezimmer. Ich hatte den Ultraschalltermin für Baby Nummer zwei in der Handtasche. Die Freude und der Schrecken lagen nur Millimeter auseinander.“

Sverre selbst bestätigte auf Instagram, dass die Operation erfolgreich verlief und keine Metastasen gefunden wurden. „Der Krebs ist weg. Punkt. Jetzt bauen wir wieder auf“, schrieb er. Die Nachricht löste eine Welle der Erleichterung in der Biathlon-Familie aus. Athleten wie Johannes Thingnes Bö und Dorothea Wierer kommentierten mit roten Herzen und norwegischen Flaggen.

Vertrag läuft aus – zukunft offen

Vertrag läuft aus – zukunft offen

Doch das nächste Kapitel steht auf Messers Schneide. Sverres Vertrag beim Deutschen Skiverband endet nach dieser Saison. „Ich habe beim norwegischen Verband schon Interesse bekundet“, sagte er gegenüber TV2. „Aber die Entscheidung fällt nicht leicht. Familie und Job mügen sich nicht immer.“

Marte will sich voll auf die Schwangerschaft konzentrieren. „Ich habe zwei Olympia-Golds, aber nichts ist wertvoller als ein gesundes Kind“, sagte sie. Die ehemalige Läuferin hat bereits ihren ältesten Sohn großgezogen, während Sverre an der Streckenseite stand. Jetzt rollt die Kamera für ein anderes Team: zwei Eltern, ein Neuanfang, null Tumor.

Die Biathlon-Welt schaut auf das Paar, das aus Schicksalsslagen ein Happy-End schrieb. Wer weiß – vielleicht steht Sverre bald wieder an der Stange, diesmal mit Babyphone in der Jackentasche. Die Kugel rollt weiter. Und diesmal trifft sie ins Schwarze.