Mitteldeutschland erobert den dhb-kader: drei debüts, ein signal
Drei Namen, ein Satz, ein ganzer Landesteil jubelt. Jana Walther, Marlene Tucholke und Laura Kuske rücken ins Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft – und schreiben damit Mitteldeutschland neu in die Starterliste des Frauen-Teams.
Die Entscheidung von Bundestrainer Markus Gaugisch kommt nicht aus dem Nichts. Nach dem vorzeitig erreichten EM-Ticket nutzt er die letzten beiden Quali-Spiele (8. April in Skopje, 12. April in Hamm), um Rotation und Zukunft zu verbinden. „Wir wollen hoch belastete Spielerinnen schonen und jungen Kräften die Bühne geben“, sagt Gaugisch. Klare Ansage: Die neue Generation soll laufen lernen auf internationalem Parkett.
Gold-girls von 2025 bekommen premieren-frist
Walther und Tucholke kennt man noch als U19-Europameisterinnen von 2025. Die 19-jährige Rechtsaußen aus Oschatz und die 18-jährige Rückraum-Linkshänderin aus Leipzig sind trotz Zweitliga-Alltag längst Wunschkandidatinnen der DHB-Scouts. Beide stehen beim HC Leipzig unter Vertrag – und spüren nun den Lohn jahrelanger Nachwuchsarbeit, die der Klub trotz finanzieller Engpässe nie einstellte. „Wir haben immer an unsere Akademie geglaubt“, sagt HCL-Vorstand Jens Hüttner, „heute feiern wir mit.“
Im Tor wird Laura Kuske die Nachtschicht übernehmen. Die 24-Jährige kehrte erst diese Saison zum Thüringer HC zurück – und liefert seitdem mit 41,7 % gehaltener Würfe die beste Quote aller Bundesliga-Keeperinnen. Gegen Nordmazedonien ist sie gesetzt, gegen Belgien wird sie wohl das Kommando übernehmen. „Ich bin kein Aufpasser mehr, ich will Anführerin sein“, sagte sie nach dem letzten Punktspiel – und bekommt jetzt den Beweis, dass Worte Taten folgen.

Perfekte ausgangslage mit ansage
Deutschland führt die Qualifikationsgruppe 2 mit zwölf Punkten Vorsprung. Das Team kann also experimentieren, ohne an den eigenen Ansprüchen zu rütteln. Dennoch: Gaugisch will sechs Punkte und damit den Gruppensieg. „Wir wollen nicht nur testen, wir wollen gewinnen“, betont der Coach. Die Debütantinnen wissen: Eine Niederlage würde ihre Nominierung schnell vom Fortschritt zum Fußnotenthema degradieren.
Für Mitteldeutschland ist der März 2026 ein Handball-Monat mit Symbolkraft. Dreimal leuchtet der Name eines neuen Gesichts auf der DHB-Liste – und kein Verband muss mehr fragen, ob Talente aus Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen nur Durchgangsstationen sind. Die Antwort steht jetzt schwarz auf weiß: Sie sind das Programm.
