Draisaitl fällt nach tor und check aus – oilers bangen um playoff-turbo

Edmonton – 35 Sekunden war er der Held, dann lag er am Bande und hielt sich die Schulter. Leon Draisaitl traf beim 3:1 gegen Nashville zum 1:0, wurde Sekunden später von Ozzy Wiesblatt gedrückt und kam nicht mehr zurück. Die Oilers gewannen, verloren aber ihren besten deutschen Scorer – und damit 0,51 Tore pro Spiel.

Knoblauch nennt erste prognose „vorsichtig optimistisch“

Headcoach Kris Knoblauch sprach nach dem Schlusssire von „keinem Major-Problem“, ohne Details nennen zu können. „Er hat sich schlecht gefühlt, sofort den Doc gerufen. Die ersten Tests zeigen kein strukturelles Gebrechen“, sagte Knoblauch, ließ aber offen, ob Draisaitl morgen in Arizona mitfliegt. Die Entscheidung fällt nach einem weiteren MRT.

Die Zahlen zeigen, warum die Franchise zittert: Ohne Draisaitl kassierte Edmonton in den letzten zwei Saisons 58 Prozent aller Powerplay-Tore durch seinen Stock. Auch Connor McDavid, der gegen Nashville drei Assists sammelte und mit 114 Punkten die Scorer-Krone weiter festzurrt, profitiert vom deutschen Riesen – 42 Prozent seiner Vorlagen landeten bisher auf Draisaitls Klinge.

Deutsche stimmen aus dem kader bleiben stumm

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In der Mixed Zone schwieg Tim Stützle, dessen Senators mit 7:4 San Jose zerlegten und den fünften Sieg in sechs Spielen feierten. Der Viersener blieb ohne Scorerpunkt, dafür mit blitzsauberem Plus-3-Rating. „Ich hab Leon vor dem Spiel noch getroffen, er war gut drauf. Ich hoffe, es ist nichts Ernstes“, sagte Stützle nur, bevor er zum Bus eilte.

Philipp Grubauer saß in Seattle komplett in der Bank-Rolle. Die Kraken schlugen den Meister Florida 6:2, doch Joey Daccord blieb Chef. Trainer Dave Hakstol will den deutschen WM-Goalie „spätestens im Heimspiel gegen Calgary wieder zwischen den Pfosten“ sehen – ein Euphemismus für die anstehende Rotation, wenn die Playoff-Tickets feststehen.

Die Western Conference ist bis Platz zehn nur durch drei Punkte getrennt. Edmonton rangiert mit 85 Punkten auf Rang sechs, könnte aber bei zwei Niederlagen und Draisaitl-Ausfall auf zehn rutschen. Die nächsten fünf Spiele entscheiden, ob der Deutsche nur mit der Schulter taped oder mit dem Team nach Las Vegas reist.