Verona verspielt die rettung: sammarco schickt seine stürmer in die wüste
Paolo Sammarco wartet nicht auf die Frage. Er sagt es, beim ersten Satz, knallhart: „Wir haben die letzten dreißig Meter verpennt.“ Genau dort, wo der Ball normalerweise ins Netz zappelt, verpufft Hellas Verona am Sonntag erneut. Die 0:2-Niederlage gegen Genoa nagelt die Gialloblù auf Tabellenplatz 19 fest – und nagt an den Nerven des Trainers.
Der genesungs-tag nach bologna währt nur 90 minuten
Erst sieben Tage zuvor hatte Verona beim 1:0 in Bologna den Atem der Serie A wieder gespiert. Dann kommt Genoa ins Bentegodi, ein Gegner mit acht Auswärtspleiten in Serie. Die Rechnung: drei Punkte, Selbstvertrauen, Tabellenkeller verlassen. Das Ergebnis: ein Befreiungsschlag, der ins Leere geht. Bereits nach 37 Minuten netzt Vitinha per Volley ein, in der 71. schlägt Gudmundsson aus 22 Metern auf – beide Male steht Veronas Abwehr mit dem Zeigefinger in der Luft.
„Ich hatte Mut verlangt, nach vorne gespielt werden wollen“, sagt Sammarco nach Abpfiff. Doch sein Angriff bleibt harmlos. Bowie verliert jeden Zweikampf, Sarr läuft zwischen den Linien, ohne jemals gefährlich zu werden. Die Statistik verrät die Wahrheit: nur zwei Torschüsse aus dem Strafraum, keine klare Großchance. „Unsere Stürmer sind die, die am meisten gelitten haben“, sagt Sammarco – und meint: sie haben versagt.

Belghali und suslov springen vom eisfach direkt ins feuer
Die Notbremse folgt auf dem Fuß. Sammarco wechselt zur Pause Belghali ein, obwohl der Franzose zwei Monate verletzt fehlte. Auch Suslov bekommt Minuten, obwohl sein letztes Spiel im Oktober stattfand. Beide sollen die Partie aufreißen – doch sie wirken wie Fehlstarte, die erst einmal Öl brauchen. „Sie haben Temperament, aber der Rhythmus fehlt“, sagt Sammarco. Die Uhr tickt, die Liga wartet nicht.
Was bleibt, ist die Erkenntnis: Verona kann nicht einmal das Bentegodi als Fels in der Brandung nutzen. Seit zwölf Heimspielen wartet man auf einen Dreier. Die Fans singen bis zum Schluss, doch ihre Stimmen brechen. „Die Leute haben uns getragen, aber wir haben sie enttäuscht“, sagt Sammarco. Der Coach sucht nach Erklärungen, findet nur Selbstkritik: „Wir müssen stärker sein als alles andere und uns wieder hochkämpfen.“
Die Tabelle lügt nicht: bei noch sieben Spielen beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer fünf Punkte. Die Zeit wird knapp, die Lösungen auch. Sammarco blickt nach vorne – und weiß: der nächste Gegner heißt Napoli. Dort wird es keine 30 Meter geben, die man verpennen darf. Dort zählt nur eines: Tore. Oder der Abstieg wird Realität.
