Altona 93: abstieg rückt näher – ein tränenreicher abschied?

Hamburg. Die Luft in Altona ist dick vor Resignation. Nach dem Remis gegen den FC St. Pauli II scheint der Abstieg in die Oberliga für Altona 93 nur noch Formsache. Ein Fußballfest wurde es zwar, trotz der bedrohlichen Tabellenlage, doch am Ende stand ein enttäuschendes Unentschieden auf der Anzeigetafel.

Ein duell voller emotionen und verpassten chancen

Ein duell voller emotionen und verpassten chancen

27 Grad Celsius, eine Mischung aus Fans beider Lager, die sich freundlich unterhalten und Getränke teilen – das Nachbarschaftsduell zwischen Altona 93 und dem FC St. Pauli II bot eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Doch die sportliche Realität trübte die Stimmung. Die Mannschaft von Trainer André Trulsen dominierte zwar das Spielgeschehen, vor allem in der ersten Halbzeit, vergab aber reihenweise hochkarätige Torchancen. Die Statistik lügt nicht: Laut Einschätzung hätte Altona die Partie mindestens 3:0, wenn nicht sogar 5:1 gewinnen müssen.

Einziger Lichtblick für die Gastgeber war das Comeback von Marwin Schmitz nach einer viermonatigen Verletzungspause, der kurzzeitig die Führung erzielte. Doch die Freude währte nicht lange. Simon Spari, der Torwart von St. Pauli II, avancierte zum Mann des Spiels und parierte nicht nur einen Elfmeter von Moritz Göttel, sondern auch einen Freistoß von Gianluca Prondziono. Das Aluminium half ebenfalls, den Sieg der Gäste zu sichern.

„Ich kann meiner Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen“, sagte Trulsen nach dem Spiel. Doch die Worte klangen hohl. Denn am Ende zählen Ergebnisse, und die 93er haben schlichtweg zu wenige Punkte gesammelt. Es ist ein bitteres Ende einer Ära, die in der traumhaften „Bokal“-Saison 2005/06 ihren Höhepunkt fand, als das Trainerduo Bergmann/Trulsen den FC St. Pauli sensationell ins Halbfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München führte.

Ein Ehemaligentreffen mit Legenden wie Dieter Schatzschneider und Manfred Lorenz zeugte von der großen Tradition des AFC. Doch die Vergangenheit kann die Gegenwart nicht ändern. Präsident Ragnar Törber steht nun vor der Aufgabe, die Ausrichtung für die Oberliga neu zu definieren und die Stadionfrage zu klären. Ein direkter Wiederaufstieg ist unwahrscheinlich, doch wenigstens sorgte Kapitän Michael Ambrosius mit seinem späten Ausgleichstreffer dafür, dass das „Bruder-Duell“ auch in der nächsten Saison stattfinden dürfte – verbunden mit der Hoffnung auf weitere Fußballfeste, auch wenn es nur mit Fischbrötchen am Rand sein mag.

Die Fans bleiben, die Tradition lebt weiter. Doch der Abstieg von Altona 93 ist ein herber Schlag für den Hamburger Fußball und ein trauriger Abschied von einer Ära voller Emotionen und unvergesslicher Momente.