Milan: teure verspätungen – so fließt das geld in den topf!
Rot-Schwarz in der Tasche: Der AC Milan zahlt ordentlich für seine chronischen Verspätungen. Während die Mannschaft auf dem Platz überzeugt, kostet die mangelnde Pünktlichkeit bereits eine beträchtliche Summe. Und wohin verschwindet das Geld?
Ein teures hobby: die strafen für den späten einlauf
Gegen den SSC Neapel mal wieder: Zwei Minuten Verspätung zum Anpfiff und dann noch drei Minuten in der zweiten Hälfte – das schlägt für den AC Milan mit 25.000 Euro zu Buche. Eine Summe, die sich in dieser Saison auf beachtliche 132.000 Euro summiert. Eine Beobachtung, die sich immer wiederholt, und die nicht nur die Gegner, sondern auch die eigenen Anhänger Kopfschütteln lässt. Maignan und Rabiot führen hier die Liste der notorischen Zuspätkommer an, doch die Frage bleibt: Ist es reine Nachlässigkeit, oder steckt mehr dahinter?
Trainer Allegri scheint die Sache pragmatisch zu sehen – ein gewisser Hang zur Verspätung scheint in der Mailänder Mannschaft verankert zu sein. Dennoch, während die Konkurrenz mit dem Como bereits 21.000 Euro an Strafen bezahlt hat, liegt der Milan in dieser Disziplin ganz klar in Führung. Eine erstaunliche Bilanz, insbesondere angesichts der ambitionierten Ziele des Vereins.
Die Geschichte der Strafen: Vom Spiel gegen Lecce (4.000 Euro) bis hin zum Duell gegen Inter (22.000 Euro) – die Liste der Verwarnungen ist lang und teuer. Besonders kurios der Vorfall in Rom im Januar, als Schiedsrichter Colombo Maignan mehrfach aufforderte, die Treppe des Stadions zu verlassen, bevor das Spiel überhaupt begann. Ein Dialog, der zeigt, dass die Verspätungen kein Einzelfall sind. „Mike, wie schon!“, drängte Colombo, während Maignan mit einem Achselzucken antwortete: „Wir sind zu sechst…“
Es gab sogar schon den Versuch, diese Verspätungen strategisch zu nutzen. Wie der ehemalige Roma-Trainer José Mourinho, der angeblich einmal die zweite Halbzeit in einem Benfica-Real Madrid-Spiel verzögerte, um die Champions-League-Tabelle im Blick zu behalten. Ein Trick, der zwar schnell widerlegt wurde, aber zeigt, wie weit man gehen kann, um einen Vorteil zu erlangen.

Wo landen die strafgelder?
Die 132.000 Euro fließen nicht etwa in die Vereinskasse, sondern landen bei der Liga und werden überwiegend für soziale Zwecke verwendet. Die internen Strafen, die für zu spät zum Training oder Regelverstöße verhängt werden, hingegen, haben einen ganz anderen Verwendungszweck: Sie finanzieren die legendären Mannschaftsessen. Im Februar gab es ein exquisites Dinner im Hotel Gallia, bei dem sich Spieler, Trainer und Mitarbeiter in vollen Zügen austobten – dank der „Bußgelder“. Ein Festmahl, dessen Preis sicherlich für viele nicht ohne ist.
Max Allegri kann sich also darauf verlassen, dass er bei dieser Entwicklung bald einen edlen toskanischen Wein für ein paar hundert Euro bestellen kann. Aber eins ist sicher: Die Milan-Fans hoffen, dass die Mannschaft ihre Zeit pünktlicher einteilt – sowohl auf dem Platz als auch außerhalb.
