Milan: teure verspätungen kosten die rossoneri eine stange!

Der AC Milan hat sich in der Serie A nicht nur sportlich durchgesetzt, sondern auch einen bemerkenswerten Ruf als chronisch verspätete Mannschaft erworben. Die jüngsten Strafzahlungen für überziehbare Einläufe lassen die Kassen klingeln – und werfen Fragen auf, ob die Zeit vor dem Spiel wichtiger ist als der Sieg auf dem Platz.

Ein teures handicap: milan kassiert rekordsummen

Gegen den SSC Neapel zahlte der AC Milan eine saftige Strafe von 25.000 Euro für wiederholte Verspätungen beim Anpfiff und im Laufe der zweiten Halbzeit. Diese Summe reiht sich an eine lange Liste an Bußgeldern an, die sich in dieser Saison bereits auf stolze 132.000 Euro belaufen. Das ist mehr, als jede andere Mannschaft in der Liga – nur Como liegt mit 21.000 Euro noch einigermaßen im Schatten der Rossoneri.

Die Frage, die sich jeder Fußballfan stellt: Wohin verschwindet das Geld? Die Antwort ist ernüchternd: Es landet bei der Lega, wo es für soziale Zwecke verwendet wird. Die internen Strafen, die für zu spät zum Training Kommende oder Regelverstöße verhängt werden, fließen hingegen in ein ungewöhnliches Sparschwein: die Mannschaftsessen.

Wie Francesco Albanesi in einem Bericht enthüllte, wurde im Februar ein luxuriöses Dinner im Hotel Gallia in Mailand finanziert – eine Zeremonie, an der rund 70 Personen teilnahmen, von Spielern über Trainer bis hin zu Magaziniera und Funktionären. Der Rechnungsbetrag? Angeblich so hoch, dass er selbst eingefleischte Fußballfans ins Schwitzen bringen würde.

Der „halma“-effekt: taktik oder gewohnheit?

Der „halma“-effekt: taktik oder gewohnheit?

Die Verspätungen scheinen keine Einzelfälle zu sein. Bereits im Januar sorgte ein merkwürdiger Vorfall im Olimpico gegen die Roma für Gesprächsstoff: Schiedsrichter Colombo forderte Mike Maignan mehrfach auf, die Treppen hinunterzusteigen, um den Anpfiff nicht weiter zu verzögern. Maignans Antwort: „Wir sind zu sechst…“ – ein Dialog, der die entspannte, wenn nicht gar lässige Haltung des Teams verdeutlichte. Auch Max Allegri scheint eine gewisse Vorliebe für das Zögern zu haben, wie die langen Pausen zur Halbzeit belegen, die er regelmäßig zur Analyse und Strategiebesprechung nutzt.

Doch die Verspätungen sind nicht nur auf taktische Überlegungen oder lange Gespräche im Spind zurückzuführen. Maignans sorgfältiges Anlegen der Handschuhe, Rabiots akribische Frisurpflege und Leaos gemächlicher Gang – all diese Gewohnheiten tragen zu den Verzögerungen bei und lassen die Frage aufkommen, ob hinter all dem mehr steckt als nur eine Frage der Zeit.

Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt: Die Rossoneri beweisen eindrucksvoll, dass Fußball nicht nur aus Toren und Siegen besteht, sondern auch aus kleinen Eigenheiten und teuren Gewohnheiten. Ob diese Verspätungen am Ende tatsächlich einen Vorteil bringen oder lediglich die Kassen der Lega füllen, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Mit diesem Verhalten werden die Milan-Fans noch einige interessante Momente erleben.