Milan: teure verspätungen kosten rosasoneros 132.000 euro!

Der AC Milan zahlt nicht nur für Siege auf dem Platz, sondern auch für chronische Verspätungen. Ein ungewöhnlicher Luxus, der den Verein mittlerweile 132.000 Euro an Strafen gekostet hat – und das ist nur der Anfang. Die Frage, die sich jeder Fan stellt: Wo landen all diese Gelder, und warum scheint das Problem nicht gewollt gelöst zu werden?

Maignan und rabiot: die ewigen zeitknappen

Gegen den SSC Neapel sorgte der AC Milan erneut für zögerliches Anpfiffverhalten. Zwei Minuten Verspätung zum Spielbeginn und weitere drei Minuten im Laufe der zweiten Halbzeit brachten eine saftige Strafe von 25.000 Euro ein. Bereits in der Vergangenheit häuften sich ähnliche Vorfälle, die mittlerweile zu einer beachtlichen Summe von 132.000 Euro an Strafen aufgestapelt haben. Besonders Maignan und Rabiot scheinen die Zeitvorgaben immer wieder zu ignorieren.

Es ist ein Rätsel, ob hinter den Verspätungen eine taktische Überlegung steckt, vielleicht ein Versuch, den Gegner zu verunsichern. Oder steckt einfach nur eine gewisse Unpünktlichkeit im Team? Max Allegri, der Trainer, scheint jedenfalls eine gewisse Toleranz gegenüber diesen Eigenheiten zu haben, wie sein Mantra „Halma“ beweist – ein Begriff, der in Fußballkreisen für die Bedeutung von Pünktlichkeit steht.

Von strafen und feuchtfröhlichen abendessen

Von strafen und feuchtfröhlichen abendessen

Der Como ist mit 21.000 Euro die zweitteuerste Mannschaft in der Serie A, gefolgt vom SSC Neapel und Udinese mit jeweils 8.000 Euro. Der Milan steht da ganz allein da. Und wohin fließen all diese Gelder? Die Lega verwendet sie hauptsächlich für soziale Zwecke. Doch die internen Strafen, die für zu spät zum Training oder Regelverstöße verhängt werden, landen auf einem anderen Konto: dem von der Mannschaft selbst festgelegten „Multenkonto“.

Einmal im Jahr wird dieses Konto für ein luxuriöses Abendessen im Hotel Gallia aufgespart. Rund 70 Personen – Spieler, Staff, Magazzini und Manager – nehmen an dem Fest teil. Der Rechnungsbetrag? Wahrscheinlich nicht für schwache Nerven geeignet. Max Allegri kann sich also beruhigt zurücklehnen und einen edlen Wein aus der Toskana genießen, solange die Verspätungen anhalten.

Mourinhos schatten und die kunst der zeitmanipulation

Mourinhos schatten und die kunst der zeitmanipulation

Die Praxis, den Einlauf zu verzögern, ist allerdings keine Erfindung des AC Milan. José Mourinho, der Meister der taktischen Finesse, soll in der Vergangenheit ebenfalls versucht haben, das Spielgeschehen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. So soll er bei Benfica-Real Madrid das Ende des Spiels hinauszögern, um die Champions-League-Tabelle in Echtzeit im Auge zu behalten. Oder der Fall von Manchester United im Oktober 2018, der für eine Verspätung um 45 Minuten mit einer Strafe von 15.000 Euro belegt wurde.

Aber zurück zum AC Milan. Die langsamen Bewegungen von Maignan beim Anziehen seiner Handschuhe, Rabios’ sorgfältige Haarordnung im Tunnel, Leaos gemächliche und lächelnde Schritte – all das summiert sich zu einem ungewöhnlichen Schauspiel. Wenn man bedenkt, dass die Diskussionen im Spind wahrscheinlich auch Zeit in Anspruch nehmen, dann sind die 132.000 Euro an Strafen plötzlich leichter zu erklären.

Die Moral von der Geschichte? Pünktlichkeit zahlt sich aus – zumindest finanziell. Und für den AC Milan könnte es bedeuten, dass der nächste edle Tropfen in der Toskana schon bald auf den Tisch kommt.