Milan: management-chaos verzögert transfercoup – glasner im fokus!
Mailand atmet auf – oder eben nicht. Während die Fans und die Sportpresse ungeduldig auf neue Spieler und ein stabiles Management warten, scheint beim AC Milan ein Wettlauf mit der Zeit zu laufen, den die Führungsetage offenbar mit überraschender Gelassenheit bestreiten. Oliver Glasners Zitat, „man muss ein gutes Gefühl haben, alles muss perfekt sein“, hallt im Mailänder San Siro wider – und offenbart die Ursache für die zögerliche Transferpolitik.

Die suche nach der richtigen dna – ein teures unterfangen
Die Demission von Maldini und Massara, gefolgt vom Aus von Pioli, hat eine regelrechte Vakuum hinterlassen. Nun versucht man, mit einem amerikanischen Modell die italienische Fußballstruktur umzukrempeln – ein Unterfangen, das scheinbar mehr mit Videokonferenzen und Causa-Listen als mit sportlicher Expertise zu tun hat. Die Verantwortlichen scheinen in einem Casting-Marathon gefangen, in dem hochkarätige Namen durch die Finger laufen, weil sie nicht ins neue, noch undefinierte Projekt passen.
Die Situation ist ironisch: Während die Welt der Berater und Journalisten im Dunkeln tappen, scheint die Eigentümerseite RedBird wenig besorgt über die fehlende Kontinuität und die daraus resultierende Transferflaum zu sein. Die Tatsache, dass die Nachfolge von Pioli durch eine Reihe von Fehlentscheidungen – Fonseca, Conceição, Allegri – erschwert wurde, verdeutlicht das Problem. Die Kaderverstärkung ist ebenso gefährdet wie die strategische Ausrichtung des Clubs.
Die Suche nach dem passenden Profil ist offensichtlich Priorität, auch wenn das bedeutet, dass der Sommer verlischt. Es finden zwar weiterhin Gespräche statt, Glasner steht zwar weiterhin ganz oben auf der Liste, doch die Entscheidung zögert sich hin. RedBird scheint fest davon überzeugt zu sein, dass nur die richtigen Köpfe die langfristige Perspektive des AC Milan sichern können, selbst wenn das kurzfristig für Unmut sorgt.
Es geht nicht um Panik, sondern um eine kalkulierte Vorgehensweise. Ein Blick zurück auf die verfehlten Ziele der vergangenen Saison – die unzureichende Arbeit von Tare, die Ineffizienz des Furlani-Ibra-Moncada-Trios – erklärt die aktuelle Haltung. Die vier Entlassungen sind ein deutliches Signal: Die Vergangenheit wird nicht wiederholt. Das Risiko eines Fehlers wiegt schwerer als der Zeitdruck.
Der AC Milan ist sich des Zeitdrucks bewusst, aber er scheint die Angst vor Fehlentscheidungen größer zu wiegen als die Notwendigkeit, schnell zu handeln. Eine Wette, die sich als richtig oder falsch erweisen wird. Es bleibt abzuwarten, ob diese Strategie den Milan in die Erfolgsspur zurückführt oder das Chaos noch weiter vertieft.
