Eulen ludwigshafen: vergleichsvergleich nach führungskrawall
Die Eulen Ludwigshafen haben zwar den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga gerettet, doch der Rechtsstreit um die ehemalige Geschäftsführerin Lisa Heßler belastet den Verein weiterhin. Ein Vergleich vor dem Landgericht Frankenthal beendet die Auseinandersetzung, allerdings zu einem saftigen Preis für die Handballer.

Ein streitwert von fast 270.000 euro
Ursprünglich hatte Heßler, vertreten durch den Heidelberger Arbeitsrechtler Arnim Powietzka, eine Forderung in Höhe von 264.775,47 Euro geltend gemacht. Der Vergleich, der nun erzielt wurde, sieht vor, dass die Eulen Ludwigshafen Heßler 100.000 Euro brutto zahlen müssen. Die erste Rate von 30.000 Euro ist bereits am 30. Juni fällig, wie „Die Rheinpfalz“ berichtet.
Doch woher rühren diese beträchtlichen Forderungen? Heßler argumentierte, ihr seien zwischen Januar 2022 und Dezember 2024 monatlich lediglich 1.500 statt der vereinbarten 4.500 Euro brutto gezahlt worden – eine Differenz von 57.000 Euro zuzüglich Zinsen. Hinzu kamen Ansprüche auf eine Umsatzbeteiligung und Provisionen aus Sponsorenverträgen, deren Gesamtwert mit 186.837,43 Euro angegeben wurde. Diese Beträge hatte sie, so Heßler, während ihrer Zeit als Geschäftsführerin „mit Rücksicht auf die finanzielle Situation der Gesellschaft“ nicht eingefordert – eine Situation, die sich nun angeblich verbessert habe.
Ein weiterer Bestandteil der Forderung waren 45 offene Urlaubstage, die mit 9.341,15 Euro plus Zinsen bewertet wurden. Die Eulen Ludwigshafen hatten zuvor offenbar mehrfach versucht, sich mit Heßler zu vergleichen, boten ihr zuletzt 75.000 Euro an. Heßler konterte mit einer Forderung von 130.000 Euro. Der nun erzielte Vergleich markiert somit einen Kompromiss, wenn auch einen teuren für den Handballverein.
Die finanzielle Belastung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die Eulen, die sich gerade um die sportliche Zukunft in der 2. Bundesliga kümmern müssen. Ob diese Auseinandersetzung langfristige Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität des Klubs haben wird, bleibt abzuwarten.
