Meppen vor dem 3. liga-comeback: 12.500 fans warten auf den knall

Die Hänsch-Arena kocht schon zwei Monate vor dem Anpfiff. 12.500 Karten weg, Restbestände nur noch für Sponsoren – und selbst der FC St. Pauli II hilft beim Aufstieksfest mit. Der SV Meppen steht vier Punkte vor Oldenburg und Drochtersen/Assel, und am 34. Spieltag will die Emsstadt endgültig den Sprung zurück in die 3. Liga perfekt machen.

St. pauli liefert den gegner, meppen liefert das fest

Der Plan ist so einfach wie genial: St. Pauli II hat nichts mehr zu verschenken, bringt aber ein großes Namensschild und tausende mitgereiste Anhänger mit. Kurzerhand richtet Meppen im Gästeblock eine VIP-Zone ein – 250 Plätze, Karten ab 149 Euro, inklusive缓冲Block-Umbau. „Partnerschaftlich abgestimmt“, nennen es die Clubs, realistischer ist: Meppen nutzt den Gegner als Kulisse für die eigene Meisterfeier.

Die letzte Heimpleite datiert vom 19. August. Seitdem holte Coach Stefan Kramer 13 Siege aus 15 Partien, kassierte nur acht Gegentore. Die Serie trägt Namen: „Unschlagbar zu Hause“. Drochtersen/Assel muss am gleichen Tag beim Tabellenletzten Oldenburger SC gewinnen, gleichzeitig darf Meppen nicht verlieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass beides eintrifft, liegt laut Sportdata-Modell bei 12 %. Die Fans interessiert das herzlich wenig.

16. Mai, 18 uhr – uhrwerk statt zitterpartie

16. Mai, 18 uhr – uhrwerk statt zitterpartie

Die Stadtverwaltung richtet bereits Fan-Zonen vor dem Stadion ein, die Polizei bereitet eine 50-Mann-Starke Präsenz vor. Im Rathaus ist man vorbildlich: „Wir wollen kein Aufstiegs-Koma, sondern ein Aufstieks-Fest“, sagt Bürgermeisterin Anja Heitkamp. Die Umbaumaßnahmen an der Hänsch-Arena – neue LED-Wand, erweiterte Business-Lounge – sind seit Wochen fertig, nur noch das Schlagband fehlt. Es liegt bereits im Katakomben-Lager bereit, 3. Liga-Logo inklusive.

Für die Spieler ist das Finale ein Selbstläufer, zumindest in der Theorie. „Wir müssen nicht gewinnen, wir dürfen gewinnen“, sagt Kapitän Max Kremer nach dem 2:0 in Lübeck. Die Mannschaft trainierte gestern leicht, heute gibt’s Taktik-Video, morgen Abschlusstraining vor 1.000 Schulkindern. „Wir wollen den Moment leben, nicht rechnen“, so Kremer. Dabei steht fest: Ein Punkt reicht, dann ist die Rückkehr in den Profifußball perfekt.

Die Zahren sprechen für Meppen: 60 Tore, 21 Gegentreffer, 68 Punkte. Kein anderes Team traf öfter, kein Gegner kam seltener zum Abschluss. Torjäger Niklas Kühle liegt mit 18 Trefferern vorne, dahinter lauern Youngster wie Tobias Holzmann, der in der Rückrunde bereits sieben Mal einnetzte. Wirtschaftlich sichert der Aufstieg mindestens 1,2 Millionen Euro Mediengeld, dazu kommen Sponsorenboni und 15.000 Dauerkartenanfragen – Rekord für den Regionalligisten.

Am 16. Mai schlägt dann entweder die große Stunde der Emsländer oder die letzte Parade der Verfolger. Die Fans stehen schon jetzt Schlange, die Bierzelte sind gebucht, die Bands proben. In Meppen glaubt man fest daran, dass der Knoten endgültig platzt. Und wenn nicht? Dann winkt die Relegation, die man lieber verpasst. Doch das ist nur die zweite Option. Primär gilt: 90 Minuten, ein Stadion, ein Ziel. Die 3. Liga wartet – und Meppen macht die Tür auf.