Hassan sagt london ab – achillesseide zerreißt olympia-plan

Sifan Hassan wird am 26. April nicht am Start stehen. Die 31-jährige Niederländerin, die vor zwei Jahren in London noch die Straßen im Schatttempo beherrschte, musste gestern via Instagram ihr Absagen-Signal setzen. Der Grund: eine entzündete Achillessehne, die seit Wochen ihre Trainingskilometer blockiert.

„Kein London-Marathon für mich“, schrieb sie knapp, doch zwischen den Zeilen schimmert Frust. Hassan, die 2023 hier in 2:18:33 triumphierte und 2024 trotz Hitzekollaps noch Dritte wurde, wollte in diesem Jahr die Stunde der Wahrheit nutzen – ein letzter Test vor den olympischen Spiele in Rom. Jetzt bleibt nur ein leerer Platz in der Elite-Startliste und ein Körper, der Nein sagt.

Die verletzung nagt am zeitplan

Die verletzung nagt am zeitplan

Was genau bedeutet das für Paris? Intern wird gemunkelt, dass Hassan ihren Fokus komplett auf die Bahn verschiebt: 5.000 und 10.000 Meter. Der Marathon, einst ihr Lieblingsspielplatz, rückt in die Ferne. Die Sehnenreizung ist zwar nicht akut gerissen, aber jeder Schritt auf Asphalt würde das Risiko einer Kapselriss-Kaskade erhöhen. Also: Pause, Eis, Reha, Geduld – ein Vokabular, das einer Laufweltmeisterin fremd ist.

London reagiert gelassen. Race-Director Hugh Brasner veröffentlichte innerhalb von Minuten eine neue Hitliste: Sebastian Sawe, der Kenianer mit drei Siegen aus drei Starts, Jacob Kiplimo, der Ugander, der in Valencia schon 2:04:53 lief, sowie Yomif Kejelcha und Hagos Gebrhiwet sollen das Feld nach vorne zerren. Bei den Frauen dürfte Tigst Assefa, die Äthiopierin, die in Berlin 2:11:53 reihte, die Favoritenrolle übernehmen. Neben ihr: Peres Jepchirchir, Weltmeisterin und Queen der Kick-Sprints.

Für Hassan bleibt ein Trost: Sie hat schon bewiesen, dass sie London beherrscht. Nun muss sie beweisen, dass sie ihren Körper beherrscht. Die Uhr tickt – 88 Tage bis Paris. Die Sehne tickt mit.