Melamed pfeift camara nach dem lucky punch – entschuldigung folgt sofort
Der Lucky Punch zur Finalqualifikation war kaum versenkt, da raste Nico Melamed wie entfesselt auf Ousmane Camara zu und feuerte ihm die Freude regelrecht ins Gesicht. Das 3:0 für Almería jubelte sich zur Legende – und die Legende bekam einen unrühmlichen Beigeschmack.
Beleidigung, provokation, reue – alles in 90 sekunden
Die Ecke von Melamed landete am langen Pfosten, der Nachschlag knallte zum Endstand unter die Latte. Statt sich zu umdrehen, jagte der Katalane direkt zum Castellón-Sturm. Augen auf Augen, Millimeterabstand, ein Schrei. Camara blieb regungslos, als hätte er die Rechnung erwartet.
Das Netz hatte die Szene noch nicht verarbeitet, da twitterte Melamed schon: „Die Bilder zeigen nicht, wer ich bin. Es war die angestaute Wut über Provokationen, die niemand sah. Trotzdem: Respekt muss herrschen.“ Die Worte klangen ehrlich, das Video unangenehm laut.

Von anpfiff bis nachspielzeit: eine achterbahn aus pöbeleien
Die Ursprünge liegen fünf Tage zurück im Estadi Castàlia. Nach dem Halbzeitpfiff der Hinpartie rastete Camara plötzlich gegen seinen Landsmann Bonini ein, musste von der eigenen Bank zurückgepfiffen werden. Die Almería-Reserve schüttelte nur den Kopf – bis Camara begann, die heimische Kurve anzufeuern, obwohl nichts vorgefallen war.
Im Rückspiel schlug das Pendel zurück. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstor feierten alle Castellón-Spieler vor ihren Fans – nur Camara blieb in der Nähe der gegnerischen Bank, wedelte demonstrativ. Melamed saß noch auf der Reserve, wirkte wie ein Betrunkener in der Limousine.

Almería jubelt, spanien diskutiert
Trainer Rubi wollte nach Abpfiff nur vom Fußball sprechen, doch die Fragen drehten sich ums Verhalten. Melamed erhielt intern eine Geldstrafe, Camara schweigt bislang. Die Liga prüft eine Sperre für beide. Am Ende bleibt ein bitterer Nachgeschmack an einem Abend, der eigentlich nur Freude verdient hätte. Almería steht im Finale – und ganz Spanien fragt sich, ob die Schärfe des Spiels wirklich Schärfe gegen Menschen rechtfertigt.
