Levante sperrt doppelspitze bis 2028 ein – und plant den großen wurf
Valencia hält die Führung fest. Levante UD verlängert die Verträge von Sportdirektor Héctor Rodas und Technischem Direktor José Gila bis 2028 – eine klare Kampfansage an die Krisengerüchte, die seit dem Saisonende durch die Ligarekorridore zogen.
Ein jahr, zwei aufgaben, ein aufstieg
Rodas und Gila übernahmen im Februar 2025, nach dem überraschenden Abgang von Felipe Miñambres, eine Mannschaft im freien Fall. Die Folge: Levante stieg direkt wieder in die Primera División auf und sicherte sich dort prompt den Klassenerhalt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 42 von 57 möglichen Punkten nach der Amtsübernahme, Transferüberschuss von 3,7 Millionen Euro und eine Nachwuchsquote von 31 % im Profikader.
„Wir haben nicht einfach nur überlebt, wir haben Strukturen gesetzt“, sagt ein Vereinsinsider. Gemeint ist die rigide Umsetzung eines Spielmodells, das auf Ballbesitz, hohem Pressing und schnellem Umschaltspiel basiert – und das bereits in der U17 bis zur ersten Mannschaft durchdekliniert wird.

Die milliarden-frage: wachstum oder stillstand?
Die Vertragsverlängerung ist kein politisches Geschenk, sondern ein strategischer Schachzug. Levante will stabil bleiben, aber nicht stehenbleiben. Die Ankündigung, die Cantera als „prioritäres Projekt“ auszubauen, ist mehr als PR-Sprech: In den vergangenen zwölf Monaten haben acht Talente den Sprung in den Profibereich geschafft, zwei davon starten mittlerweile regelmäßig in der Startelf.
Die Finanzlage ist komfortabler als lange Zeit zuvor. Durch den Aufstieg fließen rund 45 Millionen Euro zusätzlich aus TV-Deals und Sponsoringverträgen. Ein Teil davon fließt direkt in die Jugendakademie, der Rest wird genutzt, um das Kadergerüst punktuell zu verstärken – ohne die DNA des Klubs zu verwässern.
Was bedeutet das konkret? Levante wird den Markt beobachten, aber nicht kaufen, was blinkt. Stattdessen setzt man auf gezielte Leihgeschäfte und Innenlösungen. Ein Beispiel: Der 19-jährige Mittelfeldspieler Adrián Bernabé, zuletzt an Getafe ausgeliehen, kehrt zurück und soll die Lücke nach dem Abgang von Campaña füllen.

Der plan, der kein geheimnis ist
Rodas und Gila haben sich in den letzten Monaten eine Glaubwürdigkeit erarbeitet, die man in Valencia selten erlebt hat. Sie sprechen nicht nur über Siege, sondern über Prozesse. Sie zeigen Zahlen statt Emotionen. Und das Publikum hört zu – weil es Ergebnisse sieht.
Der Klub kündigt an, bis 2027 eine eigene Sportwissenschaftliche Abteilung aufzubauen, um die talentierte Jugend noch effizienter an die Profiliga heranzuführen. Die Vision ist klar: Levante soll nicht mehr der Klub sein, der zwischen den Ligen pendelt, sondern derjenige, der seine Identität lebt – mit eigenen Spielern, klaren Strukturen und einem klugen Transferkurs.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Levante spielt nicht mehr mit. Levante spielt vor.
