March madness: deutsche krönen den auftakt – anderson glänzt, ensminger scheitert in herzschlag-finale

Die erste Runde der March Madness ist für die deutschen Hoffnungsträger ein Feuerwerk der Gefühle geworden. Während Christian Anderson mit Texas Tech einen Gala-Auftritt hinlegt und Ivan Kharchenkov mit Arizona souverän die nächste Runde erreicht, muss Jake Ensminger nach einem Overtime-Krimi den frühen Abflug verkraften. Die Bilanz: zwei Siege, eine Niederlage – und jede Menge Stoff für Legenden.

Anderson startet mit texas tech den turbo

Christian Anderson spielte sich in einen Rausch. 18 Punkte, 5 Assists, 4 Rebounds – und das alles in nur 26 Minuten. Die Red Raiders zerlegten Akron 91:71, in der zweiten Hälfte war nichts mehr zu retten für die Zips. Der 21-jährige Flügel eröffnete mit einem Steal den Fastbreak, der die Führung auf 15 Punkte ausbaute. Texas Tech verlor zwar Topscorer JT Toppin, aber die Bank lieferte – fünf Spieler zweistellig, keine Schwächephase. Nächster Gegner: Alabama oder Hofstra. Andersons Kommentar: „Wir wollen mehr, viel mehr.“

Kharchenkov liefert das double-double ab

Kharchenkov liefert das double-double ab

Ivan Kharchenkov ließ Long Island keine Chance. 14 Punkte, 10 Rebounds, 5/7 aus dem Feld – das klang nach Trainingseinheit, nicht nach Knockout-Spiel. Arizona ging als Nr.-1-Seed in das Turnier, spielte von Sekunde eins mit Vollgas und schraubte den Vorsprung bis auf 34 Punkte hoch. Kharchenkov dominierte die Zone, schnappte sich jeden zweiten Rebound und setzte die Gegner mit Screens fest. Die Wildcats treffen nun auf Villanova oder Utah State. Favoritenrolle? „Die nehmen wir mit, aber wir schlafen nicht“, sagt der Center.

Ensminger verlässt die bühne mit tränen

Ensminger verlässt die bühne mit tränen

Jake Ensminger stand mit Santa Clara kurz vor dem Coup. 37 Minuten, 14 Punkte, 8 Rebounds – und dann der Schock: Kentucky-Guard Otega Oweh versenkte mit 2,4 Sekunden einen wilden Dreier zum 73:73. Die Overtime ging 8:0 an die Wildcats, am Ende 89:84. Ensminger warf sich nach dem Buzzer auf den Boden, seine Augen rot. „Wir haben alles gegeben, alles“, flüsterte er. Historie schrieb trotzdem Oweh: 35 Punkte, 8 Rebounds, 7 Assists – meiste Punkte eines Kentucky-Spielers in einem March-Madness-Debüt seit 1975.

Grünloh blockt virginia in die nächste runde

Grünloh blockt virginia in die nächste runde

Johann Grünloh räumte hinten auf, wie es sich gehört. 8 Punkte, 7 Rebounds, 3 Blocks – zwei davon in den letzten 90 Sekunden. Virginia lag gegen Wright State lange zurück, dann drehte Jacari White auf (26 Punkte) und Grünloh versiegelte den 82:73-Sieg mit einem letzten Swat. „Defense wins games – und wir haben heute verteidigt wie die Teufel“, sagt der deutsche Big Man. Die Cavaliers treffen nun auf den Sieger aus Colorado und Boise State.

Deutsche Akzente also überall – mit Emotionen, mit Zahlen, mit Geschichten. Die March Madness ist erst ein paar Stunden alt, schon jetzt hat sie die deutschen Flaggen gehisst. Wer jetzt noch glaubt, Europa sei nur Fußball, hat die Rechnung ohne Anderson, Kharchenkov, Ensminger und Grünloh gemacht. Die nächste Runde startet in 48 Stunden. Die Koffer sind gepackt, die Nerven blank – und die Träume größer denn je.