Hertha ii stolpert in erfurt, berliner stadtderby abgebrochen – notarzt-einsatz überschattet den spieltag
6.143 Zuschauer wollten Fußball, am Ende standen sie erst schockiert, dann stumm da. Hertha BSC II verlor beim FC Rot-Weiß Erfurt 2:3, doch das Ergebnis war nur die halbe Geschichte. Wenige Kilometer weiter brach das Stadtderby zwischen BFC Dynamo und VSG Altglienicke wegen eines medizinischen Notfalls ab – nach 30 Minuten Unterbrechung, Sekunden vor dem Schlusspfiff.
Erste halbzeit reicht: erfurts tempowechsel killt berlin
Die Blau-Weißen begannen stark, Oliver Rölke köpfte nach einer Ecke zum 0:1, doch die Freude hielt genau zehn Minuten. Lucas Falcao, einst bei Viktoria Berlin beliebt, schoss den Ball aus 16 Metern flach ins linke Eck – 1:1. Die Gastgeber schalteten einen Gang hoch, Marco Wolf nutzte einen abprallenden Ball aus sieben Metern, Obed Ugondu vollendete einen Konter mit links ins lange Eck. 3:1 nach 30 Minuten, ein halbes Fußball-Mahlwerk.
Soufian Gouram nickte noch vor der Pause den Anschlusstreffer, doch die zweite Hälfte wurde zum Stellungskrieg. Hertha drückte, Erfurt konterte – Torchancen blieben Mangelware, der Endstand 3:2. Für die Berliner die dritte Pleite in Serie, 30 Punkte, Platz elf, sieben Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang. Es reicht vorerst, aber die Luft wird dünner.

Abbruch nach herz-stillstand: derby endet 1:1 – und ein schlag ins gesicht
Im Stadion an der Alten Försterei war die Stimmung lange elektrisch, dann brach sie weg. In der 84. Minute kollabierte ein Zuschauer im Block unmittelbar hinter der Eckfahne. Der Schiedsrichter pfeift sofort ab, Sanitäter eilen herbei, ein Notarzt intubiert vor 8.200 Leuten. Die Fans singen „You’ll never walk alone“, das Spiel bleibt stehen.
Nach einer halben Stunde Pause, mit Stand 1:1, entscheidet die Leitung: kein Weiterspielen. Die Vereine einigen sich auf ein Remis, die Liga wird das Protokoll prüfen. Für die Altglienicke-Anhänger ein Punkt, der wie zwei zählt – für den BFC eine bittere Unterbrechung nach einer Aufholjagd. Die Bilder gehen durchs Netz, die Diskussion über Sicherheit auf deutschen Fußball-Rängen ist wieder offen.
Am Ende steht ein Spieltag, der die Regionalliga Nordost in zwei Geschichten aufteilt: Erfurt feiert einen Prestige-Sieg, Hertha II muss um den Klassenverbleib zittern. Und in Berlin? Da endet das Derby mit einem Punkt – und einem Puls, der plötzlich stillstand. Die Tabelle zählt weiter, die Emotion bleibt.
