Magdeburg reist mit atik-brandrede im gepäck zum kellerduell nach münster
Die Rote Laterne leuchtet immer noch für den 1. FC Magdeburg. Am Sonntag darf sie in Münster endlich ausgehen. Spieltag 27, 13 Uhr, Preußen-Stadion: Dort treffen die beiden letzten der 2. Bundesliga aufeinander – und der FCM hat den Matchplan schon in der Tasche.
Baris Atik lieferte ihn am Mittwoch. „Es bringt nichts, alle zu streicheln“, sagte der 31-jährige Offensivspieler im Interview mit Sport IM OSTEN. „Der eine oder andere bekommt Druck und Feuer von mir.“ Die Worte klangen wie eine Kampfansage, Trainer Petrik Sander fand sie „sensationell“. Denn genau diese Härte fehlte Magdeburg in den vergangenen Wochen, als sich die Mannschaft nach dem 1:1 gegen Darmstadt wieder auf dem 18. Platz wiederfand.
Münster zittert vor dem eigenen publikum
Bei den Gastgebern herrscht nach dem 0:6 in Dresden Krisenstimmung. Alexander Ende ist weg, Kieran Schulze-Marmeling übernahm vor einem Jahr schon einmal das Ruder und schickte Magdeburg damals mit einem 5:0-Sieg Richtung Relegation. Diesmal ist die Ausgangslage anders: Preußen steht auf Platz 16, zwei Punkte vor dem FCM, hat aber das schlechtere Torverhältnis. Ein Sieg würde Magdeburg auf den Relegationsplatz katapultieren – und Münster endgültig in den freien Fall schicken.
Schulze-Marmeling wird wieder von Christian Pander, Maik Körner und Co-Trainer Tim Hagedorn unterstützt. Ob sie dieselbe taktische Mischung wie vor zwölf Monaten fahren, ließ Sander offen. „Vielleicht machen sie es genau deshalb nicht, weil wir es erwarten.“ Fakt ist: In einer Woche lässt sich keine neue Spielphilosophie einbauen. Die Preußen werden auf Laufbereitschaft und Zweikampfstärke setzen – genau die Tugenden, die Atik seinen Mitspielern einimpfte.

Stalmach fehlt, bockhorn laboriert
Personell muss Sander umbauen. Dariusz Stalmach fällt gelbgesperrt aus, Herbert Bockhorn plagt sich mit Leistenproblemen herum. Dazu die Langzeitverletzten Daniel Heber, Luka Hyryläinen und Tarek Chahed. „Dariusz bringt eine Komponente mit, die uns auswärts fehlen wird“, sagt der Trainer. „Körperlichkeit gepaart mit Laufintensität – das fehlt uns dann schon ein bisschen.“
Doch Sander will sich nicht in Ausreden ergehen. „Wir haben keinen Grund, Angst zu haben.“ Die Mentalität zähle mehr als Qualität, das haben Atiks Worte laut Sander in der Kabine angekommen. „Wenn ein älterer, erfahrener Spieler das vorlebt, denken die Jüngeren: ‚Puh, dann können wir das so machen.‘“
Am Sonntag wird sich zeigen, ob die Brandrede Früchte trägt. Magdeburg kann die Laterne abgeben. Oder sie leuchtet weiter – und wird zur Laterne der Hoffnung für die Konkurrenz.
