Mainz 05: von der krise zum aufschwung – kann freiburg stoppen?
Mainz 05 hat eine bemerkenswerte Wende vollzogen. Nach einem desolaten Start in die Saison, der mit nur sechs Punkten auf dem letzten Tabellenplatz endete, präsentiert sich das Team von Urs Fischer nun als eine Mannschaft, die sich aus der Krise katapultiert hat. Der Sieg im Conference-League-Viertelfinale gegen Straßburg ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Neun spiele ohne niederlage – eine beeindruckende serie
Die jüngste Serie von neun ungeschlagenen Spielen in Pflichtspielen ist schlichtweg außergewöhnlich. Unter Fischer hat Mainz erst zweimal verloren, ein Kontrast zu den vorherigen 13 Spieltagen, auf denen der Verein in der Misere steckte. Besonders hervorzuheben ist, dass Mainz unter Fischer nie zuvor zwei Siege in Folge feiern konnte. Das ist ein Beweis für die taktische Flexibilität und die mentale Stärke, die der Schweizer Coach in die Mannschaft gebracht hat.
Nun steht das Duell mit dem Tabellennachbarn SC Freiburg an, einem Team, das ebenfalls am Donnerstag einen wichtigen Sieg in der Europa League gegen Celta Vigo feierte (3:0). Fischer weiß, dass er es mit einer „sehr geduldigen, abgeklärten und erwachsenen Mannschaft“ zu tun hat. Das wird eine echte Herausforderung für seine Elf.
Die Möglichkeit, durch einen Sieg in der Bundesliga sogar die Conference League in Reichweite zu haben, ist zwar verlockend, doch Fischer mahnt zur Vorsicht. „Da bin ich ganz weit weg, wirklich“, betont er amüsiert. „Jetzt einen Blick nach vorne zu werfen und das den Jungs auch noch auf den Weg zu geben, das wäre einfach sowas von falsch.“ Er sieht sein Team nach wie vor im Abstiegskampf. „Ich bleibe dabei: Wir sind nach wie vor da hinten drin, das reicht noch nicht.“
Ein Lichtblick ist das langsam wieder ansteigende Personalangebot. Neben Anthony Caci, Stefan Bell, Andreas Hanche-Olsen und insbesondere Nadiem Amiri, der nach einer hartnäckigen Fußverletzung ins Training zurückgekehrt ist, könnten weitere Spieler wieder zum Einsatz kommen. Amiri, der mit fünf Toren als Topscorer der Mainzer gilt, soll „schnellstmöglich wieder herangeführt“ werden, wobei Fischer sogar schon „Einsatzminuten in Aussicht“ stellt. Ob er bereits am Sonntag in der Startelf stehen wird, bleibt abzuwarten.
Die Genesung von Jae-Sung Lee hingegen gestaltet sich schwieriger; sein Ausfall im linken großen Zeh wird ihn auch gegen Freiburg außer Gefecht setzen.
Die Mainzer haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, sich zu transformieren und kämpferisch zu überzeugen. Doch der Weg ist noch lang. Das Spiel gegen Freiburg wird zeigen, ob die Momentaufnahme eines aufstrebenden Teams eine nachhaltige Entwicklung widerspiegelt oder nur ein vorübergehender Höhenflug ist.
Die Tabelle lügt nicht: Mainz muss sich vor dem Abgrund hüten.