Lipowitz verpasst knapp den sieg – gesamttriumph im blick?

Eibar – Ein Herzschlag zu spät! Florian Lipowitz, der Dritte der letztjährigen Tour de France, musste sich bei der Königsetappe der Baskenland-Rundfahrt dem französischen Wunderkind Paul Seixas im packenden Zielsprint geschlagen geben. Doch der Tag war für den Sprinter vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe trotzdem ein voller Erfolg: Er katapultierte sich in der Gesamtklassement auf den zweiten Platz und hält damit das Podium in greifbarer Nähe.

Ein duell der generationen auf alpinen prüfungen

Die Etappe über 176,2 Kilometer mit fast 4000 Höhenmetern und acht Bergwertungen war ein Spiegelbild der anspruchsvollen Baskenland-Rundfahrt. Lipowitz griff 70 Kilometer vor dem Ziel an, doch Seixas klammerte sich unermüdlich an seinen Rad. Am letzten, steilen Anstieg, 30 Kilometer vor dem Ziel, lösten sich die Top Vier – Lipowitz, Seixas, Roglic und Izagirre – vom ausgedünnten Hauptfeld. Es entwickelte sich ein nervenzerrender Kampf, aus dem Seixas als Sieger hervorging, indem er im Windschatten von Lipowitz die entscheidende Attacke startete.

Primoz Roglic, der Titelverteidiger, belegt nun als Dritter (+3:40 Minuten) den dritten Platz im Gesamtklassement, knapp vor dem Spanier Ion Izagirre (+3:50 Minuten). Lipowitz’ aggressive Fahrweise, insbesondere sein früher Angriff, zeugt von seiner Entschlossenheit, den Gesamtsieg in diesem Rennen zu ergreifen. Doch der junge Franzose Seixas erwies sich als unüberwindbar.

Das finale am samstag: noch einmal alles auf eine karte?

Das finale am samstag: noch einmal alles auf eine karte?

Die Entscheidung fällt am Samstag in Bergara. Die Schlussetappe mag mit 135,4 Kilometern vergleichsweise kurz sein, doch mit fast 3000 Höhenmetern wartet sie nochmals auf eine anspruchsvolle Profil. Sechs gewertete Anstiege stehen auf dem Programm, wenn auch nicht mehr so brutal wie die Bergpassagen am Freitag. Lipowitz hat nun die letzte Chance, den Rückstand von 2:30 Minuten auf Seixas wettzumachen und das Rennen zu seinen Gunsten zu wenden. Die Frage ist, ob er seine Kräfte richtig einteilt und einen weiteren mutigen Schachzug wagt, oder ob Seixas seine komfortable Führung ins Ziel bringen kann.

Die Baskenland-Rundfahrt hat sich erneut als eine der härtesten und spannendsten Frühjahrsklassiker etabliert. Die Leistungen von Lipowitz und Seixas zeigen, dass das deutsche und französische Radteam die Zukunft des Rennsports in ihren Händen halten.