Luca zidane rast nach afrika-abstecher zum granada-kehraus nach las palmas

Granada atmet auf: Luca Zidane wird nach seiner Nacht in Turin mit der algerischen Nationalmannschaft am Mittwochmorgen zurückfliegen und soll den Club-Charter nach Las Palmas noch erreichen. Die rote Laterne der Defensive hängt an ihm.

Die Zahlen sind hart. Ohne Zidane kassierte Granada am vergangenen Samstag gegen Huesca vier Gegentore – so viele wie in den drei Spielen davor zusammen. Die 4:2-Klatsche war ein Déjà-vu der Saison 22/23, als der Abstieg mit 73 Gegentreffern besiegelt wurde. Trainer Paco López schwieg nach dem Spiel lange, dann sagte er nur: „Wir brauchen Luca zurück, bevor die Lücken zu groß werden.“

Der plan: 48-stunden-sprint von turin bis gran canaria

Algerien trifft am Dienstagabend in Turin auf Uruguay – ein Testspiel, das für beide Teams WM-Generalprobe ist. Zidane steht zwischen den Pfosten, weil die Wüstenfüchse ohne ihn in der Quali zwei Remis kassierten. Direkt nach dem Schlusspfiff geht’s für ihn in die Maschine: Landung in Málaga 08:15 Uhr Ortszeit, Weiterflug nach Granada 09:40 Uhr, Training um 11:00 Uhr im Estadio Nuevo Los Cármenes, um 15:30 Uhr Start des Team-Flugs nach Las Palmas. Ein Zeitplan, der an den Strängen zerrt.

Die medizinische Abteilung hat ihm ein Mikro-Regenerationsprotokoll erstellt: Kryokammer, Kompressionsstrümpfe, Magnesium-Infusion in der Kabine. „Wir haben 24 Stunden, seine Muskelspannung wieder auf 80 Prozent zu bringen“, sagt Fitnesscoach Fran Soto. „Alles andere muss Kopfarbeit sein.“

Die Konkurrenz wartet. UD Las Palmas, Tabellendritter, hat zu Hause erst einmal verloren – 0:1 gegen Oviedo. Torjäger Sandro Ramírez hat in den letzten fünf Partien sechs Mal eingeschossen, dazu kommt die Flügelflitze Jesé, der nach Kreuzbandrückkehr wieder zur Topform findet. Ohne Zidane wäre Granadas Fünferkette ein offenes Tor.

Pau casadesús fällt aus – die zweite baustelle

Pau casadesús fällt aus – die zweite baustelle

Linksverteidiger Pau Casadesús wird mit einem Innenbandanriss mindestens vier Wochen fehlen. Sein Ersatzman Sergio Guerrero ist 19, erst zweimal in der Startelf. Die Bälle, die Zidane normalerweise per Fußabstecher klärt, müssen jetzt über Guerreros noch ungefestigte Position laufen – ein Zirkel, der Las Palmas’ Pressing einlädt.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Mit Zidane kassiert Granada 0,9 Tore pro Spiel, ohne ihn 2,3. Die Erwartungswerte der letzten Spiele (xGA) steigen von 1,1 auf 2,4 – ein Delta, das bei 38 Spielen über 50 Gegentore bedeutet, genug für den direkten Abstieg.

Am Donnerstag um 19:00 Uhr Ortszeit geht’s los im Estadio Gran Canaria. Die Rozehnen haben 3.400 mitgereiste Fans gemeldet, sie wollen nach dem Huesca-Debakel eine Reaktion sehen. Luca Zidane hat 90 Minuten, um zu beweisen, dass eine Nacht in Turin nicht reicht, um eine Saison zu versenken. Kommt er zu spät, wird Granada nicht nur Punkte verlieren, sondern auch die letzte Zuversicht.