Londoner studie warnt: plötzlicher hörmangel am ohr kann hirnschlag sein

Ein plötzlicher Hörmsturz, der nur das linke oder rechte Ohr trifft, kann Alarmstufe rot bedeuten – kein harmloser Infekt, sondern ein Hirnschlag im Hinterhauptbereich. Das deckt eine neue Datenanalyse des University College London auf, die heute in The Lancet Neurology erscheint.

Warum das gehirn plötzlich „taub wird“

Bisher war das Trio Gesichtslähmung, Armschwäche und Sprachstottern das bekannte Vorsichtsschild. Doch 40 Prozent aller Hirninfarkte entstehen nicht im vorderen, sondern im posterior circulation territory – dem Versorgungsgebiet der beiden hinteren Hirnarterien. Dort versorgen feine Äste auch die Hörzentren und das Gleichgewichtsorgan. Fällt eine aus, fehlt nicht nur Sauerstoff, sondern auch die akustische Weiterleitung. Ergebnis: asymmetrischer Hörverlust, oft innerhalb von Sekunden, begleitet von dumpfem Tinnitus oder Drehschwindel.

Das Londoner Team wertete 233 Notaufnahmen-Fälle aus, bei denen ein einseitiger Hörmangel die erste Symptomatik war. In 68 Prozent zeigte die MRT innerhalb von 24 Stunden einen frischen Infarkt im Kleinhirn oder Hirnstamm. „Viele Patienten gingen zunächst zum HNO-Arzt“, sagt Studienleiter Dr. Richard McClean. „Verloren wir so zwölf Stunden, war die Behandlungsfenster für Thrombolyse bereits zu.“

Was sportler jetzt wissen müssen

Was sportler jetzt wissen müssen

Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Kippschwindel – das kennen wir aus Umkleidekabinen. Doch wer nach einem Sprint, Kopfballduell oder Rugby-Tackle plötzlich nur noch „unter Wasser“ hört, sollte die Trainingseinlage sofort stoppen und die 112 wählen. Kein Eis, kein Schmerzgel, kein „Morgen ist das weg“. Jede Minute zählt: Im Hinterhirn droht nicht nur bleibende Taubheit, sondern Atem- und Schlucklähmung.

Und die gute Nachricht: Wer die Symptomkette erkennt, kann mit schnellem Handeln bleibende Schäche verhindern. Die Londoner Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Patienten, die innerhalb von vier Stunden in spezialisierter Behandlung waren, haben nach drei Monaten ein fast doppelt so gutes funktionelles Ergebnis wie jene, die zögerten.

Der nächste Hörtest fällt also nicht in den Bereich „lästig“, sondern in den Kader der lebensrettenden Checks. Wir verlangen von unseren Vereinen jährliche EKGs, warum nicht auch ein 30-Sekunden-Härtetest? Ein Kopfhörer, ein Smartphone, fertig – und schon wissen wir, ob beide Ohren gleich laut ticken.

Der Sport lehrt uns, auf Sekunden zu reagieren. Beim疑似Hirnschlag sind es Minuten, die über Tage, Monate, Jahre entscheiden. Hören Sie auf Ihren Körper – buchstäblich.