Las palmas’ winter-transfers: nur miyashiro liefert – der rest versinkt im sand
Drei Treffer, eine Vorlage, Startelfstammplatz: Shinji Miyashiro ist die einzige Winter-Neuerung der UD Las Palmas, die überhaupt nach Las Palmas riecht. Die anderen vier Neuzugänge? Rettungsringe, die bereits Wasser schlucken.
47 Minuten für 300.000 euro – benedetti wird zum gespenst
Die Statistik zu Nicolás Benedetti ist geradezu makaber: vier Kurzeinsätze, 47 Minuten Spielzeit, kein einziger Torschuss. Für einen Kreativspieler, für den die Inselvereinigung rund 300.000 Euro Ablöse zahlte, ist das ein Arbeitszeitprotokoll, das selbst Vertreter nicht unterschreiben würden. Trainer Luis García schickt ihn nur noch in der 89. Minute, wenn der Gegner schon in der Kabine duscht.
Iker Bravo bekam gegen Córdoba das Vertrauen vor Jesé – und lief sich in Luft auf. Kein Sprint, kein Kopfballgewinn, keine Durchsetzung. Die U23-Nationalspielerhoffnung wirkt wie ein Spieler, der vergessen hat, warum er einst bei Bayer Leverkusen galt. Acht Spiele, null scorer-Punkte, dafür zwei Ballverluste pro angepeiltem Dribbling.
Estanis Pedrola startete mit einem Traumdebüt-Tor gegen Zaragoza, doch danach rutschte er in der Hierarchie hinter Cristian, einem Außenverteidiger, der eigentlich gar nicht auf dem Flügel spielen sollte. Seine Kurven sind schön, aber seine Kurve nach unten ist schöner.

Statt cantera lieber teure lotterie
Im Katastrophenwinter verließ mit Jaime Mata zudem der letzte Lautsprecher der Kabine den Club. Mata war zwar kaum mehr auf dem Platz, aber omnipräsent im Training und in der Mixed-Zone. Seine Abreise hinterlässt ein Vakuum, das kein Neuzugang füllt – schon gar nicht mit Leistung.
Die interne Bilanz: drei von vier Transfers erhöhen nicht das Niveau, sie beschädigen nur die Haushaltsrechnung. Sportdirektor Óscar Gálvez muss nun erklären, warum für externe Mittelmaß gezahlt wurde, während Alberto Moleiro und Sergio Araujo aus der eigenen Förderschule vor Jahren Millionen einbrachten.
Die Tabelle lügt nicht: Las Palmas holte aus den letzten fünf Spielen zwei Punkte. Ohne Miyashiros Doppelschlag wäre der Abstand zum Abstiegsstrich längst ein Spagat. Der Klub rettet sich ins nächste Transferfenster – und muss sich fragen, ob er wieder auf teure Wundertüten setzt oder doch lieber auf das Talent nebenan schaut.
Die Insel flüstert: Wenn der Frühling kommt, muss mehr als ein einzelner Japaner die Sonne aufgehen lassen. Sonst droht der Gang in die zweite Division – und dann spielt keiner mehr 47 Minuten, sondern 46 Spieltage in der Segunda.
