Lamperti schlägt zu: us-youngster eröffnet paris-nizza mit blitzsieg

170,9 km sausen dahin, 170,9 km liefern sich die Jungs ein Katz-und-Maus-Spiel – und ausgerechnet der 23-jährige Luke Lamperti tritt aus dem Schatten der Großen. Mit einer Kombination aus purer Power und kalter Taktik räumt der US-Amerikaner von EF Education-EasyPost den Massensprint in Carrières-sous-Poissy ab und krönt sich zum ersten Etappenhelden der 84. Paris-Nizza.

Warum braet und aular nur die plakette kriegen

Vito Braet (2.) und Orluis Aular (3.) dachten, sie hätten den perfekten Slipstream erwischt. Doch Lamperti schaltet zwei Gänge höher, sobald die Straße leicht ansteigt – ein Mini-Hügelchen, das keiner auf dem Plan markiert hatte. Genau dort zieht er weg, 150 Meter vor dem Ziel, und die Konkurrenz schaut nur noch auf blitzende Speichen.

Deutschland? Fehlanzeige. Phil Bauhaus und Pascal Ackermann verpassen die letzte Kurve, werden in den Sicherheitskorridor gedrängt. Lennard Kämna und Nils Politt sitzen bereits vor dem letzten Kilometer in der Wüstengruppe – für sie war heute nur Trainingspensum angesagt.

Was hinter dem saisondebüt von vingegaard steckt

Was hinter dem saisondebüt von vingegaard steckt

Jonas Vingegaard rollt mit gesenktem Blick über die Ziellinie, 14 Sekunden Rückstand. Kein Drama – der zweimalige Tour-de-France-Sieger nutzt die «Fahrt zur Sonne» als erntes Laktattest. Sein Ziel ist nicht Nizza, sondern der Juli in Bilbao. Teamchef Grischa Niermann verrät: «Wir wollen hier keine Sekunden, wir wollen Antworten.» Die erste lautet: Der Dane ist schon jetzt auf Tour-Niveau.

Oscar Onley, Brite mit 23 Jahren auf dem Papier, 30 in Beinen und Köpfen, kommt mit dem Hauptfeld rein. Er hätte mit Lamperti um den Sieg mitfahren können, doch er spart sich für die Berge ab Montargis – und für die Frage, ob er in diesem Jahr schon Kapitän werden darf.

Die zahl, die lamperti feiert

Die zahl, die lamperti feiert

3:47:12 Stunden – seine Siegerzeit klingt nach Routine, ist aber die schnellste Auftakt-Etappe seit 2015. Der Wind wehte 28 km/h aus westlicher Richtung, die Schnittgeschwindigkeit lag bei 45,2 km/h. Wer so frisch ist, darf träumen: Letzter US-Gesamtsieger bei Paris-Nizza hieß Andrew Hampsten – 1992.

Am Montag geht’s über 187 km nach Montargis. Die Wetter-App verspricht Regen, die Straße verspricht Ausrutscher. Wer dann noch in Gelb fährt, muss nicht unbedingt Lamperti heißen – aber wer weiß, vielleicht blitzt der Kalifornier wieder auf. Für deutsche Fans bleibt nur die Hoffnung, dass Schachmanns Erbe nicht bis 2027 warten muss.