Lakers zertrümmern fribourg – 218 strafminuten schreiben playoff-geschichte
Die SC Rapperswil-Jona Lakers schlagen nicht nur, sie vernichten. Mit 5:2 in Fribourg und einem neuen Rekord von 218 Strafminuten drehen sie das Playoff-Achtelfinale schon im ersten Duell auf Anschlag. Gian-Marco Wetter lacht nicht, er lacht mit Zähnen: „Wir wissen, wie wir in der Postseason überleben.“
Rönnberg kocht, wetter eiskalt
Roger Rönnberg stand nach dem Schlusspfiff wie angewurzelt hinter der Bande. Sein Gotteron hatte 42 Minuten lang den Puck im Angriffsdrittel gekreist – und trotzdem lautete der Zwischenstand 0:3. „Wir haben alles gemacht, nur nicht das Netz zappeln lassen“, sagte der Schwede mit tonloser Stimme. Die Lakers dagegen trafen aus dem ersten Schuss, dem zweiten, dem dritten. Fribourg wurde hektisch, Rapperswil klinisch.
Die Zahlen sind brutal: 11:28 Minuten Powerplay für die Lakers, 2 Tore in Überzahl. Fribourg kassierte 14 Minuten wegen Stock- und Spielverweigen – und versenkte daraus nichts. Stattdessen kassierte man das 1:4, als die eigenen Fans gerade erst wieder Platz genommen hatten. Die 218 Strafminuten pulverisieren den alten Playoff-Rekord aus dem Berner Derby von 2017. Die Beamten hatten alle Hände voll zu tun, die Anzeigetafel lief heiß.

Die angst geht auf reisen
Die Lakers haben in dieser Saison gegen Fribourg bereits fünf Mal gewonnen – jedes Mal auswärts. Die Serie nagt. „Wenn du dreimal in Folge gegen denselben Gegner verlierst, schleicht sich ein kleines Mind-Game ein“, räumt Wetter ein. „Aber wir spielen unser System, nicht ihr eures.“ Genau dort setzt Rönnbergs größte Sorge an: „Wir kamen vom Plan ab, weil wir frustriert waren. Das ist das Gift in der Postseason.“
Die nächste Chance für Fribourg folgt am Sonntag in der St. Galler Kantonsbank-Arena. Die Lakers-Fans wittern den Sweep, doch Wetter schüttelt nur den Kopf: „Ein Sieg ist nur ein Sieg, solange wir nicht drei haben, ist nichts entschieden.“ Klingt bescheiden, ist aber eine Warnung. Denn wer Rapperswil unterschätzt, landet schnell auf dem Eis – und in der Statistik.
