Kwasniok weg, wagner kommt: fc köln zieht notbremse nach sieben sieglosen spielen
Der 1. FC Köln hat am Sonntagabend den Notstempel gedrückt. Nach sieben Partien ohne Sieg und dem 3:3 im Rhein-Derby trennt sich der Klub von Lukas Kwasniok. Die Entscheidung fällt weniger spektakulär als erwartet – in einem Krisengipfel einvernehmlich, mit Abfindung, aber ohne Gnade.
René wagner übernimmt bis saisonende
Der bisherige Co-Trainer René Wagner springt ein, Co-Coach Frank Kaspari muss ebenfalls gehen. Geschäftsführer Thomas Kessler redet keinen Schönwald: „Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität.“ Die Worte klingen wie ein Eigentor, schließlich hatte der Verein Kwasniok im Sommer mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet.
Die Statistik ist gnadenlos: sieben Spiele, null Siege, nur vier Treffer seit Mitte Februar. Die Lage im Tabellenkeller wird zum Abstiegs-Booster. Am Sonntag rutscht Köln sogar auf den Relegationsplatz, sollte Union Berlin zuvor punkten.

Der gute start verpufft – jetzt zählt nur noch die reaktion
Zu Beginn der Saison lief es noch rund: Platz fünf nach dem vierten Spieltag, offensive Druckphase, Kwasniok als taktischer Kopf. Doch die System-Fragen blieben, die Mannschaft schaltete sich selbst aus. Der Trainer versuchte es mit Dreier- und Viererkette, mit Doppelsechs und falscher Neun – nichts half.
Die Kabine brodelt seit Wochen. Spieler wie Florian Kainz und Dejan Ljubičić sprachen offen von „fehlender Cleverness“. Intern grollte man über zu viele Videoeinheiten und zu wenig Spielfreiheit. Kwasniok, sonst ein Perfektionist, verlor die Balance zwischen Analyse und Intuition.
Die 1,1-Millionen-Euro-Abfindung ist ein Sechser im Lotto für den 44-Jährigen, aber ein Signal an die Liga: Der FC zahlt lieber, als weiter in Ungewissheit zu versinken. Wagner bekommt nun neun Spieltage, um den Klassenerhalt zu sichern – mit einem Auftrag, der mehr nach Rettungsaktion denn nach Fußball klingt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Selbst ein Derby-Remis reicht nicht, um die Köpenicker Realität zu übertünchen. Der FC steckt im freien Fall – und die nächste Entscheidung tickt schon.
