Matanovic schlägt st. pauli mit doppelpack und zählt dabei nicht einmal mit

Igor Matanovic kam, sah und schlug doppelt – aber er jubelte nicht. Der 21-Jährige drehte mit einem Billard-Tor und einem Abstauber das Spiel beim FC St. Pauli und schickte seinen Jugend-Verein damit tiefer in den Abstiegsstrudel. Endstand: 2:1 für Freiburg, 27. Spieltag, Millerntor in Aufruhr.

Freiburg wacht erst nach der pause auf

Die erste Hälfte gehörte den Braun-Weißen. Daniel Sinani staubte nach einem abprallenden Eckball zum 1:0 ab (24.). St. Pauli presste, Freiburg spielte sich fest. Julian Schuster wechselte zur Pause doppelt, Criyque Irie und Philipp Lienhart kamen – und plötzlich lief es. Die Gäste nahmen das Tempo hoch, Beste und Grifo prüften Vasilj, der Bosnier hielt, was zu halten war.

Doch er konnte nichts gegen den Zufall. In der 65. Minute sprang ein abgefälschter Grifo-Schuss an Matanovic’ Oberschenkel und von dort ins lange Eck. Kein Jubel, nur ein kurzer Blick zur Kurve, als wollte er sagen: Tut mir leid, aber das ist mein Job. Zwölf Minuten später rutschte ihm ein harmloser Irie-Schlenzer durch die Hand, Matanovic stand goldrichtig und schob ein. 2:1, Spiel gedreht, Tragödie für Vasilj, der bis dahin Rückhalt und Anspielpunkt war.

St. pauli bleibt auf dem relegationsplatz

St. pauli bleibt auf dem relegationsplatz

Blessins Team fand keine Antwort. Manzambi jagte den Ball noch ins Außennetz (86.), mehr nicht. Die Kiezkicker bleiben Vorletzter, zwei Punkte hinter Union Berlin. Freiburg klettert auf Platz sieben, nur zwei Zähler hinter der Champions-League-Ränge. Das war kein kunstvoller Sieg, aber ein nötiger. „Wir haben gebraucht, was wir bekommen haben“, sagte Schuster später, „manchmal muss man auch einfach mal Glück haben.“

Matanovic? Der ging mit leeren Händen, aber voller Zahlen durchs Mixed-Zone-Gewusel: zweie Tore, null Jubel, drei goldene Punkte. St. Pauli muss nach der Länderspielpause nach Berlin, Freiburg empfängt Bayern. Da wird jubeln erlaubt sein.