Millionen-schnäppchen motta: lazio-torhüter jagt provedel vom thron
Ein einziger Penalty genügt, um eine Karriere auf Turbo zu schalten. Edoardo Motta, 21, 22 Zweitliga-Spiele im Gepäck, kostete Lazio gerade mal 1 Mio Euro. Jetzt hält er in Serie A die Null – und Ivan Provedel die Atempause.
Von der tribüne ins tor: drei siege, ein gehaltener elfmeter
Als Provedels Schulter einknickte, dachte noch jeder an eine Notlösung. Drei Spiele später jubelt ganz Rom: Bologna besiegt, Orsolini vom Punkt verladen, Europapokal-Plätze wieder greifbar. Die Statistik dahinter ist schonungslos: Letztmals im November 2024 gewann Lazio dreimal hintereinander, damals noch mit Provedel.
Motta selbst wirkt wie ein altes Handtuch in neuer Waschmaschine – unscheinbar, aber saugstark. Sein Reflex gegen Orsolini war kein Zufall. Torwart-Coach Nenci und Assistenztrainer Viotti verordneten ihm zusätzliche Videostunden, Mikro-Bewegungen im Fußgelenk, Startwinkel im Millimeterbereich. Die Früchte trägt er mit dem Selbstbewusstsein eines Notars.

Lotitos zukunftsrechnung: startelf oder cash?
Präsident Claudio Lotito liebt zwei Dinge: junge Talente und Gewinnmargen. Das Dilemma ist perfekt. Provedel kehrt zurück, sein Marktwert liegt bei 18 Mio, Mottas Kurve zeigt steil nach oben. Verkaufen, leihen oder gleich umstellen? Lotitos Berater zirkulieren bereits erste Anfragen aus England. Die Antwort liegt zwischen Mottas Handschuhen und den nächsten zwölf Spieltagen.
Der Junge aus Carpi schweigt zu Transfergerüchten. Stattdessen schleppt er nach dem Training noch 50 Extra-Bälle ins Netz. „Ich muss lernen, mit den Füßen so sicher zu sein wie mit den Händen“, sagt er rau in der Stimme, als hätte er schon Jahre auf höchstem Niveau gespielt. Sein Vater sitzt jedes Wochenende auf der Curva Nord, trägt das alte Trikot von Angelo Peruzzi und wischt sich nach jedem Paraden-Spektakel unverhohlen die Augen.
Am 30. Spieltag gastiert Lazio in Florenz. Provedel wird auf der Bank schmoren, Motta zwischen den Pfosten strahlen. Schafft er auch dort die Null, zieht Lotito den Hebel durch. Dann kassiert der Millionen-Schnäppchen den Status eines Millionen-Keepers – und Provedel darf sich warm anziehen für das Transferkarussell.
