Süle rutscht, fasst sich, fliegt: bvb-verteidiger liefert kurzfilm mit horror-ende

Niklas Süle kehrte in die Startelf zurück und verließ den Rasen auf einer Trage – mit einem Handelfmeter als unrühmliches Postscript. Die 42. Minute in Sinsheim wird ihm noch Tage nachlaufen.

Es begann als harmloser Pass von Andrej Kramaric in die Schnittstelle. Süle wollte klären, setzte den linken Fuß, rutschte auf dem feuchten Gras weg und landete auf dem Hintern. Noch war die Aktion ein bloßes Meme. Dann fiel der Schatten des VAR.

Keller ruft, siebert zögert – elfmeter trotz eigenpein

Keller ruft, siebert zögert – elfmeter trotz eigenpein

Der Kroate schoss, der Dortmunder lag, der Ball traf die ausgestreckte Hand. Schiedsrichter Daniel Siebert lief zur Seitenlinie, schaute einmal, zweimal, zuckte mit den Schultern und zeigte auf den Punkt. Kramaric verwandelte flach links – 1:0 und die erste Kabinettskrise des Tages.

Süle blieb liegen, packte sich die Schulter. Die Physios kamen, sein Gesicht eine Grimasse zwischen Schmerz und Selbstvorwurf. Die Uhr zeigte 43:12, als Ramy Bensebaini zum Aufwärmen sprintete. Er hätte nie mehr als Zuschauer sein wollen, nun durfte er gleich die Brechstange schwingen.

Für Süle war es der erste Startelfeinsatz seit dem 13. Februar – 66 Tage Pause, zehn Minuten Einsatzzeit, danach wieder Krankenakte. Sein Vertrag läuft aus, die Konkurrenz in der Innenverteidigung wächst. Die Szene kam wie ein böser Trailer auf seine Zukunft.

Die medizinische Lage blieb vorerst offen. „Wir fürchten eine Schulterluxation“, murmelte ein Betreuer am Tunnel, während die Kollegen noch auf dem Platz versuchten, den Rückstand zu kitten. Die Kamera zoomte auf die Tribüne, wo Sportdirektor Sebastian Kehl die Kinnlade nach unten gleiten ließ. Ein Bild, das genügt.

Am Ende gewann Hoffenheim 2:1, aber die eigentliche Geschichte war schon nach 45 Minuten geschrieben: ein Rutscher, ein Handspiel, ein Elfmeter – und ein Spieler, der sich selbst in die Nesseln gesetzt hat. Süle wird die Nacht mit Schmerzmitteln verbringen, der BVB mit Zahnlackieren. Der Saisonendspurt kann kommen, nur ohne einen, der gerade wieder mal vom Pech verfolgt wird.