Stettmer: von der bank zur meisterschaftsheld!

Berlin brodelt! Jonas Stettmer, der Eisbären-Torhüter, hat in einer atemberaubenden Serie gegen die Adler Mannheim nicht nur die deutsche Meisterschaft gerettet, sondern sich auch als Mann der Stunde in den Köpfen der Fans etabliert. Nach der dramatischen 4:1-Niederlage der Adler am Sonntag, die den Eisbären den zwölften Titel in der DEL sicherte, stand fest: Stettmer war der entscheidende Faktor.

Die rückkehr des verlorenen sohnes

Nur wenige hätten, als Stettmer aufgrund einer Verletzung von Jake Hildebrand zwischen die Pfosten zurückkehrte, mit solch einer Leistung gerechnet. Der 24-Jährige, der zuvor schon seine Position an Hildebrand verloren hatte, bewies Nervenstärke und außergewöhnliches Talent. Er hielt Schuss um Schuss, frustrierte die Mannheimer Angreifer und sicherte seiner Mannschaft den verdienten Erfolg. „Es ist unglaublich, die Jungs haben so eine faszinierende Leistung vor mir abgerufen“, raunte Stettmer nach dem Spiel, sichtlich überwältigt von den Ereignissen.

30 Torschüsse parierte er im entscheidenden Spiel, bevor Marc Michaelis kurz vor Schluss einen Treffer erzielte – zu spät, um das Ergebnis zu ändern. Marcel Noebels, einer der Leistungsträger der Eisbären, lobte seinen Teamkollegen überschwänglich: „Ich freue mich, dass er seinen Weg gefunden hat und uns zur Meisterschaft geführt hat.“

Die Reise der Eisbären in dieser Saison war alles andere als einfach. Nach einer schwierigen Hauptrunde mit Platz sechs in der Tabelle schien der Traum von der Meisterschaft in weite Ferne gerückt. „Keiner hat geglaubt, dass wir dieses Jahr deutscher Meister werden“, gestand Stettmer, „die Platzierung war uns scheißegal. Wir haben immer an uns geglaubt.“

Blick in die nationalmannschaft?

Blick in die nationalmannschaft?

Stetmers Leistungen haben ihn auch ins Visier des Bundestrainers Harold Kreis gebracht. Es wäre keine Überraschung, wenn der gebürtige Straubinger zu den Spielern gehören würde, die für die Weltmeisterschaft in der Schweiz (15. bis 31. Mai) berufen werden. Bislang steht er erst einmal im DEB-Trikot im Tor. Doch die momentane Form und die gezeigte Leistung lassen kaum Zweifel daran, dass er eine ernstzunehmende Option für das deutsche Team darstellt.

Und doch gibt es einen bittersüßen Beigeschmack: Nach dem Triumph kehrt Stettmer zur neuen Saison zum ERC Ingolstadt zurück, wo er einst seine Karriere begann. Ein Abschied von den Berliner Fans, der schmerzt. Aber Stettmer wird den Berliner Meisterschaftstitel für immer in seinem Herzen tragen – ein Beweis für seinen Kampfgeist und sein außergewöhnliches Talent. Er verabschiedete sich zur Meisterparty mit einem Augenzwinkern: „Ich denke, es geht heute noch ewig lange!“