Kaiserslautern: hengen schießt hart – kann lieberknecht die wende bringen?

Der 1. FC Kaiserslautern steckt tiefer in der Krise als je zuvor. Nach dem erneuten blamablen 0:3 in Kiel ließ Geschäftsführer Thomas Hengen seiner Mannschaft die Leviten lesen – und kündigte Konsequenzen an. Die Frage ist: Reichen diese aus, um den Abwärtstrend zu stoppen?

Die deutlichen worte des fck-bosses

Nach dem Spiel in Kiel gab es keine Beschönigungen. Thomas Hengen, sonst eher zurückhaltend in der Mixed Zone, ließ seiner Frustration freien Lauf. „Wenn du auf die Laufleistung schaust und zehn Kilometer weniger gelaufen bist, hast du die Antwort, woran es gelegen hat“, polterte er. Der Kontrast zum Sieg in Berlin, wo die Mannschaft noch einmal alles gegeben hatte, schmerzte besonders. Das Traumtor von Kieler Umut Tohumcu war dann nur die Spitze des Eisbergs.

Hengen kritisierte nicht nur die mangelnde Laufbereitschaft, sondern auch die fehlende Resilienz. „Bei uns geht keiner vorne weg. Es geht auch um Resilienz. Auch mal die Ärmel hochkrempeln, wenn es nicht läuft.“ Er forderte mehr Eigeninitiative und weniger Abhängigkeit von außen. „Wenn die Sonne scheint, kann sich jeder nach vorne stellen. Wenn es regnet, muss ich aber auch Gas geben.“

Ein problem der mentalität?

Ein problem der mentalität?

Die Leistung in Kiel war nicht nur inhaltlich schwach, sondern offenbarte auch tiefere Probleme. Hengen sprach von einer „Komfortzone“ und einer fehlenden „Gier“ nach Erfolg. Er fragte sich, ob es den Spielern vielleicht gar zu gut gehe: „Vielleicht müssen wir uns im ganzen Verein hinterfragen, ob es den Jungs vielleicht zu gut geht.“ Die zahlreichen Ernährungsberater und das „Players Care“ scheinen ihn zu irritieren. Er plädierte für eine „Einstellung zum Beruf“, die seiner Meinung nach bei einigen fehlt.

Ein Vergleich: Das 1:5 in Darmstadt im Dezember 2023, als die Chance auf die Tabellenführung vergeben wurde, ist nur eines von vielen Beispielen für die fehlende Konstanz des FCK. Immer wieder sind es die unerklärlichen Leistungseinbrüche, die den Verein zurückwerfen.

Lieberknechts reaktion und die kommenden aufgaben

Lieberknechts reaktion und die kommenden aufgaben

Trainer Torsten Lieberknecht zeigte sich ebenfalls angefressen, betonte aber auch den Wert der Niederlage: „Für mich ist es total wertvoll, mit dieser Niederlage Erkenntnisse zu gewinnen.“ Er kündigte „sehr, sehr harte Entscheidungen“ an, ohne konkreter zu werden. Die kommenden vier Spiele werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Lieberknecht die Wende herbeiführen kann. Hengen betonte, dass er als Geschäftsführer in der kommenden Saison mehr Einfluss auf die Kaderplanung nehmen wird, Lieberknecht steht jedoch vor der dringenden Aufgabe, die Mannschaft kurzfristig zu stabilisieren.

Die Aussagen Henges lassen wenig Zweifel daran: Es wird Konsequenzen geben. Ob diese ausreichen, um die verkorkste Saison zu retten, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der FCK muss sich dringend neu erfinden, wenn er die Abwärtsspirale durchbrechen will. Die Fans fordern Taten, nicht nur Worte.