Minus 45 punkte, 125 gegentore: balotellis adana-saga endet im horrorzahlen-drama

Adana Demirspor war einst Mario Balotellis Bühne, heute ist der Klub ein Lehrstück für Turbo-Kaputtsparen. 45 Punkte Abzug, 125 Gegentore, ein Schnitt von 19,1 Jahren – das ist keine Mannschaft, das ist ein Scherbenhaufen mit Lizenz.

Die traurige bilanz in harten zahlen

Der TFF schöpfte im Februar das Maximum aus: zwölf Punkte, kurz darauf noch einmal sechs. Die Konsequenz: Adana steht mit -45 Zählern auf dem letzten Rang der 1. Lig, 28 Spiele, drei Remis, 16:125 Tore. Kein Profiklub der Türkei war je so tief. Die Jugendspieler, mit denen die Lizenz erzwungen wurde, gehen mit leeren Blicken vom Platz – sie wissen, dass selbst ein 0:0 als Sieg zählt.

Die Wurzel des Dramas liegt in der wilden Glamour-Phase. Nach dem Aufstieg 2021 schrieb Präsident Murat Sancak blank: „Ich bleibe Präsident, bis ich sterbe.“ Er holte Balotelli, Stambouli, Belhanda, bezahlte mit zukünftigen Einnahmen, die nie kamen. Die Schulden wuchsen, 2024 verhängte die FIFA die Transfersperre, die Stars flohen. Was blieb, war ein Kader, der kaum rasiert ist.

Der präsident unter hausarrest

Der präsident unter hausarrest

Ende Dezember 2025 klickten die Handschellen. Sancak sitzt seitdem unter Hausarrest, Anklage: illegale Wetten, Geldwäsche. Der Verein darf nicht verkaufen, nicht kaufen, nur existieren. Jeden Monat prüft der Verband die Schuldenliste, jeden Monat verlängert sich die Geiselhaft der Jugend.

Die türkische Fußball-Öffentlichkeit schaut weg. Die Süper Lig schaltet ihre TV-Bilder um, Sponsoren flüchten, die neuen Trikots wirken wie ein Rettungsring auf dem Titanic-Deck. Die Fans singen noch, aber ihre Lieder klingen nach Requiem.

Adana Demirspor wird nächste Saison in der 2. Lig spielen, das ist Formalie. Doch die Lizenz für die 2. Lig ist ebenfalls offen, und die Schulden sind noch längst nicht bezahlt. Die Blauen Blitze einstiger Tage – sie sind heute nur noch ein Summen in den Akten des Insolvenzrichters.