Berlin zwingt lüneburg in die knie – das double droht zu platzen
Die SVG Lüneburg hat den Meister im eigenen Wohnzimmer empfangen – und ist direkt in die eigene Bande geknallt. 1:3 gegen die BR Volleys, 0:1 in der Serie, und plötzlich riecht der Traum vom Double nach Schweiß und Beton.
Die Norddeutschen, vor drei Wochen noch als Hauptrundensieger gefeiert, müssen nun in Berlin gewinnen, sonst droht die zweite Finalpleite in Folge. Letzte Saison ging die Serie in drei Sahneschnitten an die Hauptstädter. Diesmal sollte es anders laufen – bis Mittwochabend.
Hübner sieht berlin einfach „bärenstark“
Trainer Stefan Hübner schüttelte nach dem Abpfiff den Kopf: „Das war Druck pur im Aufschlag, wir sind nie richtig ins Spiel gekommen.“ Sein Team habe sich zwar nicht aufgegeben, aber „aufgeben“ reicht nicht gegen einen Gegner, der seit 2016 jeden Finaleinzug in Gold verwandelt.
Jackson Howe, Mittelblocker mit US-Pass und klarem Blick, steckte die Niederlage unverblümt weg: „Die ersten beiden Sätze haben wir einfach schlecht gespielt – selbst ein Grab bis zwölf Meter.“ Der dritte Durchgang brachte den Anschein von Wende, war aber nur ein letzter Schluck Wasser in der Wüste.

Steuerwald warnt vor zu früher siegesfeier
Auf der anderen Seite mahnt Berlins Interimscoach Markus Steuerwald zur Ruhe. „Eine Best-of-five-Serie ist ein Marathon, kein Sprint“, sagt er und erinnert daran, dass auch seine Mannschaft in dieser Saison schon zweimal den Stecker gezogen bekam – beide Male von Lüneburg.
Die Statistik ist ein schmaler Grat: Seit 2005 standen immer nur zwei Namen auf der Meisterschale – Berlin oder Friedrichshafen. Wer jetzt auf die Uhr schaut, erkennt: Seit fast zwei Jahrzehnten schreibt die Liga dieselbe Geschichte. Lüneburg könnte das Kapitel endlich umschlagen – wenn es am Samstag in der Hauptstadt gewinnt. Sonst bleibt das Double ein Luftschloss, und Berlin feiert weiter seine ewige Party.
