Kroos zerlegt die dfb-startelf – schlotterbeck auf links, tah raus

Toni Kroos hat die deutsche Fußballwelt kurz vor der WM 2026 aufgemischt. In der aktuellen Folge seines Podcasts „Einfach mal luppen“ verrät der 34-Jährige, wie er die Nationalmannschaft aufstellen würde – und setzt dabei den BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck an die Seitenlinie. Stattdessen rückt ein alter Bekannter in die Viererkette: Benedikt Höwedes 2.0, nur mit anderem Namen.

Kroos’ plan: schlotterbeck als linker lückenfüller

Der Weltmeister von 2014 schwört auf ein 4-3-3-System, das ohne klassische Flügelspieler auskommt. „Ich hätte mich ein bisschen an 2014 orientiert“, sagt Kroos. Gemeint ist die Variante von Joachim Löw, der im Finale Höwedes als linken Außenverteidiger nominierte – obwohl der Schalker eigentlich Innenverteidiger war. Kroos’ Idee: Schlotterbeck übernimmt diese Rolle. „Er hat einen guten Fuß, liest das Spiel gut und bringt Stabilität“, begründet er die Wahl. Der Rest der Abwehrkette? Das behält Kroos für sich. Nur so viel: „Ohne Alphatiere nebeneinander.“

Felix Kroos, sein Bruder und Co-Moderator, geht noch einen Schritt weiter. Er liest seine Traumelf vor – und lässt Schlotterbeck komplett draußen. „Drei Typen wie Tah, Rüdiger und Bisseck haben genug Aggressivität, um hinten zu dominieren“, sagt er. „Schlotterbeck wäre zu impulsiv in der Dreierkette.“ Stattdessen setzt Felix auf eine offensive Variante mit Leweling, Musiala und Wirtz hinter Spitze Undav. Kimmich und Pavlovic sollen das Mittelfeld kontrollieren.

Die botschaft ist klar: rangnick muss sich entscheiden

Die botschaft ist klar: rangnick muss sich entscheiden

Was wie ein privater Spaß klingt, ist ein Seismograph für die Stimmung vor dem Turnier. Die Kroos-Brüder liefern genau das, was Ralf Rangnick braucht: klare Kante statt ewiger Rotation. Die Frage ist nicht mehr, ob Schlotterbeck spielt, sondern wo – oder ob überhaupt. Die Zeit der Experimente ist vorbei. In 90 Tagen beginnt die WM. Wer bis dahit nicht fixiert ist, fliegt raus. Auch aus der Startelf.

Der DFB wird die Folge gehört haben. Intern wird bereits gemunkelt, dass Rangnick in den letzten Testspielen tatsächlich mit einer Viererkette probiert – allerdings mit Raum links und Mittelstädt rechts. Die Kroos-Idee könnte Rangnick vor die Entscheidung stellen: Sicherheit oder Flexibilität. Schlotterbeck auf links wäre ein Akt der Verzweiflung – oder ein Geniestreich. Die Antwort bekommen wir am 14. Juni, wenn Deutschland in New York gegen Mexiko eröffnet.